04:37 18 Juni 2019
SNA Radio
    Das Graffiti und die beiden Künstler

    „Wir wollen provozieren”: Toter Flüchtlingsjunge als Riesen-Graffiti in Frankfurt

    © REUTERS/ KAI PFAFFENBACH
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1281)
    67661

    Das Foto des dreijährigen Jungen aus Syrien, der im September tot an der türkischen Küste aufgefunden worden war, ist zu einem Symbol der fehlgeschlagenen EU-Flüchtlingspolitik geworden, wie die Streetart-Künstler, die den kleinen Aylan unweit der Europäischen Zentralbank als Graffiti festhielten, gegenüber Journal Frankfurt erklärten.

    Ein ertrunkener kleiner Junge liegt an einem türkischen Strand – das Foto ging um die Welt und sorgte überall für Entsetzen und Mitleid. Nun haben die zwei Künstler Oğuz Şen und Justus Becker ein Riesen-Graffiti des leblosen Kinderkörpers an die Molenmauer am Osthafen, nahe der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt gesprayt.  

    „Der Junge wurde vor die EZB gespült“, zitiert das Journal Frankfurt den türkischstämmigen Streetart-Maler Şen. Die Europäer leisteten sich ihren Wohlstand nur auf Kosten der dritten Welt, solche Banken wie die EZB würden dabei nur mit den Geldern spielen, anstatt zu einer Verbesserung der Welt beizutragen, betonte er. Sein Graffiti sei Sinnbild der gescheiterten Flüchtlingspolitik.

    • Riesen-Graffiti des leblosen Kinderkörpers an die Molenmauer am Osthafen, nahe der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt
      Riesen-Graffiti des leblosen Kinderkörpers an die Molenmauer am Osthafen, nahe der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt
      © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    • Streetart-Künstler Oğuz Şen
      Streetart-Künstler Oğuz Şen
      © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    • Riesen-Graffiti des leblosen Kinderkörpers an die Molenmauer am Osthafen, nahe der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt
      Riesen-Graffiti des leblosen Kinderkörpers an die Molenmauer am Osthafen, nahe der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt
      © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    1 / 3
    © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    Riesen-Graffiti des leblosen Kinderkörpers an die Molenmauer am Osthafen, nahe der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt

    „Wir wollen damit provozieren", betont der Künstler. Mit den Graffitis sollen die Gefühle der Menschen angesprochen werden – ein solch großes Bild könne nicht einfach weggeklickt oder umgeschlagen werden.

    Der dreijährige Aylan war im September  tot am Strand nahe dem türkischen Badeort Bodrum angespült worden. Medienberichten zufolge hatte der Junge gemeinsam mit seiner Familie von der türkischen Küste aus, wie tausende seiner Landsleute, ein Schlepperboot zur griechischen Ferieninsel Kos bestiegen. Doch das überladene Boot kenterte bei hohem Wellengang, die türkische Küstenwache barg insgesamt zwölf Tote. 15 Menschen konnten sich an Land retten. Aylan starb zusammen mit seinem fünf Jahre alten Bruder Galip und seiner Mutter Rehan. Nur Vater Abdullah überlebte.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1281)

    Zum Thema:

    Traurige Geschichte des dreijährigen syrischen Jungen Aylan
    Vater von ertrunkenem syrischem Jungen will Schmuggler zur Verantwortung ziehen
    Tags:
    Streetart, Graffiti, Migranten, Europäische Zentralbank (EZB), Aylan Kurdi, Frankfurt am Main, Türkei, Syrien, Deutschland