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    Auf der Flucht vor Mord, Gewalt und Barbarei nach der Daesh-Invasion haben die Menschen der altsyrischen Stadt alles zurückgelassen. Jetzt, nach der Befreiung Palmyras durch die syrischen Regierungstruppen, kehren die ersten Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurück. Sputniknews hat die Rückkehrer begleitet.

    Einige hatten Glück – ihre Häuser sind von dem Krieg verschont geblieben. Andere müssen ihre Existenz von Grund auf neu aufbauen.

    Doch das Schlimmste in der Geschichte der Stadt – die Invasion der Daesh-Terroristen – habe Palmyra hinter sich, sagt ein Mann namens Muhammed.

    „Das war ein schreckliches Verbrechen, das Hunderte friedliche Zivilisten das Leben gekostet hat. Die Terroreinheiten haben die Bewohner gezwungen, das zu tun, was sie von ihnen verlangten. Ich danke unseren Truppen und Russland. Dank ihren gemeinsamen Anstrengungen konnte Palmyra befreit werden. Jetzt warten wir alle, bis die Minenräumung abgeschlossen ist, um in unsere Häuser zurückzukehren“, sagt Muhammed.

    Ihm sei es gelungen, seine ganze Familie aus der Stadt in Sicherheit zu bringen, als er erfahren hatte, dass die Stadt vom Daesh eingenommen worden war. Die syrische Armee habe ihm und seiner Familie einen Sicherheitskorridor von Palmyra nach Holms bereitgestellt, wo sie eine neue Bleibe gefunden hätten.

    „Wir haben die Stadt nur wenige Stunden, bevor der Daesh die volle Kontrolle übernommen hatte, verlassen. Die Terroristen hatten Dutzende Sprengsatzfahrzeuge in der Stadt stationiert. Über das Schicksal einiger meiner Verwandten weiß ich bis heute nichts“, fügt er hinzu.

    Jasem, ein anderer Einwohner Palmyras, war ebenfalls mit seiner Familie vor dem Tode geflohen, mit dem die Daesh-Kämpfer allen Menschen dort gedroht hatten. Vor dem Verlassen seiner Heimat war er Hirte. Danach fuhr er nach Deir ez-Zor: „Als der Daesh in die Stadt einmarschierte, hatten sie mir gleich meine ganze Herde, alle Schafe und Ziegen, weggenommen. Nachdem sie erfahren hatten, dass unser Nachbar bei der staatlichen Post arbeitet, brannten sie sein Haus nieder“, erzählt Jasem. 

    Fotos: Das historische Palmyra – von IS-Terroristen zerstört

    Aiham, ein Soldat der syrischen Armee, wartet ebenfalls auf die Minenräumung in seiner Stadt: „Für mich war es eine Ehre, für meine Heimatstadt zu kämpfen, wo ich geboren bin. Ich wollte unbedingt in die Liste der Stadtverteidiger aufgenommen werden. Und jetzt rufe ich allen Menschen aus Palmyra zu: Kommt zurück, unsere Stadt ist frei!“, erzählt der junge Soldat voller Begeisterung.

    Aiham hat in der Schlacht um die „Festung Palmyra“ mitgekämpft. Die Daesh-Kämpfer hatten versucht, die Stadt zu halten, um die Kontrolle über strategisch wichtige Wege nicht zu verlieren. Am vergangenen Sonntag teilte die syrische Armee jedoch mit, die Stadt sei mit Unterstützung der Luftwaffe und der Volksmilizen befreit worden.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Syrien, Russland, Palmyra