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20:55 15 Oktober 2019
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    Olympiapark in Berlin

    Schluss mit Provisorien: Sportvereine fordern ihre Hallen zurück

    © AFP 2019 / Kay Nietfeld
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Nachdem der große Flüchtlingsandrang vorbei ist, fordern Sportvereine ihre Hallen zurück. Allein in Berlin fungieren seit einem halben Jahr 65 Sporthallen als Notunterkünfte. Die anfänglich große Solidarität von Sportlern und Vereinen ist einem immer lauter werdenden Unmut gewichen. Der Landessportbund Berlin fordert nun den Senat auf, zu handeln.

    Für die ankommenden Flüchtlinge sind bundesweit in provisorischen Unterkünften wie Sporthallen von Schulen und Vereinen Betten errichtet worden. Als  Folge musste vielerorts der Sportunterricht ausfallen, viele Sportler konnten in ihren Vereinen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr Sport treiben. Trotz der stark gesunkenen Zuzugszahlen und freiwerdender Plätze in regulären Unterkünften dauert dieser Zustand an vielen Standorten immer noch an. 

    Hallenböden, die man normalerweise nicht einmal mit Straßenschuhen betreten dürfe,  seien schlichtweg nicht dazu geeignet, dass  auf ihnen Stahlbetten aufgestellt werden, betont Dr Heiner Brandi, Direktor des Landessportbundes Berlin, der auf beträchtliche Schäden an der Einrichtung hinweist.

    Brandi betont, die Solidarität mit den Flüchtlingen sei weiterhin groß und die Vereine würden auch Sportangebote für Flüchtlinge machen, die Belegung der Sporthallen könne aber kein Dauerzustand bleiben: „Wir sagen, dass natürlich der Sport hilft, wenn eine akute Notsituation vorhanden ist“, betonte er in einem Gespräch mit Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer. „Und das war letztes Jahr der Fall, die Flüchtlingszahlen waren sehr hoch und die Menschen mussten untergebracht werden. Aber jetzt ist viel Zeit vergangen, und wir haben wenig Verständnis, dass es im Land Berlin immer noch nicht gelungen ist, Ersatzquartiere in ausreichender Zahl zu finden. Wir fordern den Senat auf, da jetzt beschleunigt tätig zu werden.“

    Am 5. April hatten sich hochkarätige Verbandsvorstände und Sportler bei ihrer Pressekonferenz mit einem Appell an den Senat gewendet, ein „Ausstiegsszenario“ zu entwickeln. Handball-Präsident Thomas Ludewig berichtete von erheblichen Einschränkungen für seine Sportler und sagte: „Nach mehreren Monaten ohne spürbare Reaktionen seitens der Politik ist es Zeit, ein Zeichen zu setzen.“

    Bisher sind entsprechende Gespräche mit dem Abgeordnetenhaus ohne Ergebnis geblieben.

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    Migranten, Sporthallen, Deutschland