02:44 29 Januar 2020
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    Die Spaltung der türkischen Gesellschaft hat ein solches Ausmaß erreicht, dass die Regierung Maßnahmen zum Zusammenschluss des Volkes ergreifen sollte, meint der Wissenschaftler Emre Erdogan vom unabhängigen Forschungsinstitut Infakto Research Workshop.

    Die türkische Politik lebe dem Forscher Erdogan zufolge in einem „endlosen existentiellen Kampf“, aktuell habe aber „die Polarisierung der Gesellschaft ein solches Ausmaß erreicht, das es keinerlei Anlässe für Optimismus mehr gebe“, zitiert die US-amerikanische Herny Marshall Stiftung einen Artikel des Experten.

    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan und Jan Böhmermann
    © AFP 2019 / Sebastian Castaneda - DPA/Britta Pedersen
    Die Regierung müsse mehr „in den Zusammenschluss des Volkes investieren“, anderenfalls werde die Polarisierung der Gesellschaft nur zunehmen. Am meisten beunruhigen die Ergebnisse einer Befragung, die Aufschluss über die reale soziale Zersplitterung der Gesellschaft gibt.

    Die Zahlen führt der Forscher Erdogan in seinem Artikel an: So würden es 83 Prozent der Befragten nicht hinnehmen, dass Menschen mit anderen politischen Ansichten als Familienangehörige anzunehmen. 78 Prozent würden keine Geschäftsbeziehungen mit den politischen Gegnern eingehen, 74 Prozent sind gegen die Freundschaft ihrer Kinder mit Kindern Andersdenkender.

    Gleichzeitig unterstützen nur 47 Prozent der Befragten die Politik des amtierenden türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Türkei