02:33 14 Juli 2020
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    Die türkischen Behörden haben rund 400 Journalisten der oppositionellen Zeitung „Zaman“ und der Agentur Cihan gefeuert. Wie ein RIA-Novosti-Korrespondent am Freitag vor Ort berichtete, hatte ein Gericht in Istanbul bereits Anfang März Treuhänder zur Verwaltung der Cihan-Agentur ernannt.

    Später wurde auch bei „Zaman“ die Zwangsverwaltung eingesetzt. Danach änderte sich die regierungskritische Politik des Blattes um 180 Grad. Der türkische Journalistenverband kritisierte heftig den Druck der Behörden auf oppositionelle Medien und stufte den Einsatz von Treuhändern als Zensur ein.

    „Das ‚Zaman‘-Büro wurde heute geschlossen, allen Mitarbeitern wurde gekündigt“, sagte ein ehemaliger Korrespondent der Zeitung in einem RIA-Novosti-Gespräch. „Ich und meine Kollegen wurden ohne Entschädigung mit der Formulierung ‚Missbrauch der Dienststellung‘ entlassen.“

    Auch ein Cihan-Mitarbeiter bestätigte, dass den meisten Beschäftigten am Freitag gekündigt wurde. Von der 25-köpfigen Belegschaft des Cihan-Büros in Ankara seien nur acht Kollegen geblieben. „Die Agentur wird entweder ganz geschlossen oder mit regierungstreuen Korrespondenten besetzt“, sagte der Gesprächspartner.

    Zuvor waren in der Türkei bereits die privaten TV-Sender Kanaltürk und Bugün TV, die Zeitungen „Bugün Gazetesi“ und „Millet Gazetesi“ sowie der Rundfunksender Kanaltürk Radio dicht gemacht worden. Sie gehörten zur Koza-Ipek-Holding.

     

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    Tags:
    Opposition, Journalisten, Entlassungen, Türkei