12:16 23 April 2019
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    Das Ehepaar Magué

    Putins persönlicher Dank für Medaillen: Französisches Ehepaar nach Moskau eingeladen

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    Gesellschaft
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    71. Tag des Sieges (45)
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    „Erstaunt und gerührt“ – so reagierte das französische Ehepaar Magué auf einen persönlichen Dankesbrief des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

    „Wir sind fassungslos und sehr gerührt. Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass unsere Geste, die von Herzen kam, solche Folgen haben würde“, so Jean-Claude und Michelin Magué. 

    Sie hatten zuvor eine Medaille des Ordens der Ehrenlegion und ein Ritterkreuz an den russischen Botschafter in Frankreich übergeben, damit dieser die Ehrungen an die Familie von Alexander Prochorenko weitergebe. Prochorenko war im Aufklärungseinsatz in der antiken Stadt Palmyra in Syrien gewesen, als er in einen Hinterhalt der IS-Terroristen geriet. Daraufhin bat er seinen Kommandeur, das Feuer auf ihn selbst zu lenken: Der 25-Jährige kam mit den Terroristen unter den Bomben ums Leben. Dem jungen Mann ist post mortem der Titel des Helden der Russischen Föderation verliehen worden.

    Als Antwort auf die rührende Geste schickte Putin dem Ehepaar Magué eine Einladung zur Siegesparade am 9. Mai in Moskau und äußerte den Wunsch, sie persönlich kennenzulernen.

    Text der Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin an das Ehepaar Magué zur Siegesparade am 9. Mai in Moskau am 71. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs
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    Text der Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin an das Ehepaar Magué zur Siegesparade am 9. Mai in Moskau am 71. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs

    „Ich war von Ihrer Entscheidung zutiefst gerührt, der Witwe des russischen Offiziers Alexander Prochorenko,  der bei der Befreiung des antiken Palmyras heldenhaft ums Leben gekommen ist, diese hohen staatlichen Auszeichnungen zu übergeben, die ihrem Vater und ihrem Onkel verliehen worden waren“, so der russische Präsident in seinem Dankbrief.

    „Lassen Sie mich die Dankbarkeit im Namen des russischen Volks und von mir persönlich zum Ausdruck bringen und Sie zur Parade anlässlich des Tags des Sieges einladen, die am 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau stattfindet“, heißt es im Brief weiter.

    Die Geschichte des russischen Offiziers habe die Magués auch deshalb so gerührt, weil sie sie an ihren eigenen Sohn erinnerte, der vor 15 Jahren in Sarajewo in Bosnien ums Leben gekommen war.  Sie hätten sofort auch an die Familie des Offiziers gedacht, an seine Eltern und seine schwangere Frau. Und deshalb hätten sie sich entschieden, den Prochorenkos das Wertvollste zu schenken, was sie besaßen: Zwei Auszeichnungen, die ihren Verwandten für deren Dienst im Zweiten Weltkrieg verliehen worden waren.

    „Wir haben uns einfach in die Lage dieser Menschen versetzt, die ihren 25-jährigen Sohn verloren haben, die den gleichen Schmerz wie wir empfinden, als wir unseren Sohn verloren haben. Und das war´s, wir wollten nichts weiter, keine Politik, oder irgendetwas anderes“, so das Ehepaar.

    Nach ihrem großzügigen Geschenk wurde das Paar nach eigenen Worten mit Briefen aus Frankreich, Belgien und Russland überschüttet, in denen die Menschen ihre Dankbarkeit zum Ausdruck brachten. Andere taten es ihnen gleich und schickten Geld und sogar Medaillen an die  Familie von Prochorenko.

    Aus dem Archiv der Magués: Persönliches Dankschreiben von Charles de Gaulle für Kriegsverdienste der Familie
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    Aus dem Archiv der Magués: Persönliches Dankschreiben von Charles de Gaulle für Kriegsverdienste der Familie

    Diese Auszeichnungen seien zwar nicht die einzigen, die der Familie gehören, doch sie hätten eine besondere Bedeutung. Der Orden der Ehrenlegion wurde Michelins Onkel verliehen. Der Radiotechniker und Mitglied der Resistance-Bewegung wurde mit 17 Jahren von der Gestapo festgenommen und nach Buchenwald geschickt. Im Gegensatz zu seinem Kommandeur, der sich retten konnte, indem er aus dem Zug gesprungen war, ist er geblieben, weil er „die Vergeltung an seiner Familie“ fürchtete. Das Ritterkreuz habe Michelins Vater, ein Pilot, erhalten, der dem legendären Apell von Charles de Gaulle vom 18. Juni 1940 folgte, den Kampf gegen die Nazi-Okkupation auch nach der Kapitulation Frankreichs fortzusetzen.

    Jetzt sind sie zur Siegesparade am 9. Mai eingeladen worden. Für das Paar, das seit 20 Jahren in der französischen Florencsac lebt, ist das von großer Bedeutung. Alle Geschichten überschneiden sich, meint Jean-Claude Mague und hofft, dass „eines Tages alle Kriege enden werden“.

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    Tags:
    Auszeichnung, Krieg, Alexander Prochorenko, Syrien, Frankreich, Russland