12:13 09 Dezember 2019
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    Zehnte Deutsch-Russische Festtage in Berlin

    Zehnte Deutsch-Russische Festtage in Berlin – Diesmal auch für Geflüchtete

    © Foto : DRF/Torsten Woitera
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    Zum 10. Mal finden am kommenden Wochenende die deutsch-russischen Festtage in Berlin-Karlshorst statt. Wie immer gibt es viel Sehenswertes für die Besucher. Sputnik-Korrespondentin Daniela Hannemann sprach mit Steffen Schwarz, dem Vorsitzenden des Vereins Deutsch-Russische Festtage e.V., über das reichhaltige Programm.

    Herr Schwarz, an diesem Wochenende werden die deutsch-russischen Festtage im Pferdesportpark Berlin-Karlshorst zum 10. Mal stattfinden. Wie feiern Sie dieses Jubiläum?

    Mit einem tollen vielfältigen Programm am Freitag und mit einem Feuerwerk am Ende des Tages. Wir hoffen, dass auch in diesem Jahr die Besucher wieder so zahlreich erscheinen werden, denn das ist ja das größte Dankeschön, was man als Veranstalter haben kann, wenn die Veranstaltung gut besucht wird.

    Was wird sonst noch geboten? Ich habe bemerkt, es werden einige bekannte Bands spielen?

    Ich mache das mal exemplarisch an der Hauptbühne fest, weil wir mittlerweile über 600 Künstler haben, die bei uns auftreten werden. Wir haben am Freitag „Stars in Concert“ bei uns und zwar die Double von Rod Steward und Freddy Mercury, dann geht es weiter mit der bekannten russischen Sängerin Zara und dem Volksensemble Rossiya, imeni Zykina. Der Höhepunkt ist dann der Auftritt von Tino Eisbrenner mit seiner Band. Und zum Abschluss das Feuerwerk.

    Am Samstag haben wir den deutsch-russischen Renntag, mit dem Nikolai-Bersarin-Trabrennen. Anschließend geht es dann langsam über in die russische Rocknacht, die ja traditionell dem russischen Nationalfeiertag gewidmet ist.

    Es gibt also einen Zusammenhang zwischen dem Nationalfeiertag und den Festtagen?

    Ganz genau, ganz bewusst gewählt. Wir hatten als es mit dem Festival losging, überlegt: „Was soll der Anlass sein?“ Erst war der 9. Mai im Gespräch, aber das war uns zu rückwärtsgewandt, und wir wollten etwas, was positiv in die Zukunft gerichtet ist. So sind wir dann auf den 12. Juni, den russischen Nationalfeiertag gekommen.

    Was steckt hinter der Initiative, das Festival in diesem Jahr auch für Geflüchtete zu öffnen?

    Wir haben schon immer im Sportbereich dieses Motto gelebt: "be fair, be fit!" Integration durch Sport für Berlin, im speziellen für den Bezirk Lichtenberg, wo ja die Festtage traditionell stattfinden. Hier gibt es einen großen Anteil russischstämmiger Mitbürger wie auch vietnamesischer Mitbürger. So hat es sich ergeben, dass wir solche Gäste auf keinen Fall ausschließen wollen.

    In diesem Jahr ist es so, dass auch große Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk Lichtenberg als auch im Bezirk Treptow-Köpenick existieren, sodass es nahe lag, diesen Integrationsgedanken auch auf diese Menschen auszudehnen. Wir haben, das kann ich gleich verraten, einen neuen Anmelderekord bei dem großen Integrations-Fußballturnier, von dem wir hier sprechen. In diesem Jahr sind 36 Mannschaften mit dabei, sonst waren es immer nur so 20 bis 30. Das ist ein sehr schönes Resultat.

    Das mag ja auch an dem Zeitpunkt der Veranstaltung an sich liegen — am kommenden Wochenende beginnt ja die Fußball-Europameisterschaft. Nehmen Sie da Bezug?

    Wir können es gar nicht ignorieren. Am Wochenende sind ja gleich zwei wichtige Spiele. Einmal Russland gegen England und dann Deutschland gegen die Ukraine. Und deshalb haben wir selbstverständlich einen großen Bildschirm aufgebaut, auf dem man die Spiele verfolgen kann.

    Jetzt sind die deutsch-russischen Beziehungen gerade ja nicht die Besten, manche reden sogar von einer Eiszeit. Erleben Sie das auch im Rahmen Ihres Festivals?

    Wir haben das schon in den letzten zwei Jahren gespürt, natürlich haben wir, wie fast jeder Veranstalter auch, immer Probleme, die Finanzierung hinzubekommen. Unsere Hauptsponsoren sind ja Gazprom-Germania und die WIEH. Und der Ölpreis hat da auch Auswirkungen auf uns.

    Natürlich würden wir gerne im 10. Jahr der Festtage noch viel mehr machen, Wir haben noch viele Ideen in der Schublade, das reicht mindestens für noch einmal zehn Jahre. Anders betrachtet sind wir ja mit den Festtagen auch Teil des Jahres des deutsch-russischen Jungendaustausches, das gerade von den Außenministern in Moskau eröffnet worden ist. Und in den zugehörigen Pressemitteilungen liest man viele der Ideen, die auch bei uns entscheidend sind. Etwa dass der unmittelbare Kontakt zwischen den Menschen das beste Mittel gegen Vorurteile und Fehleinschätzungen ist.

    Wenn die Menschen zusammen kommen, dann machen sie sich mit eigenen Augen ein Bild. Und das ist auch die Leitidee der deutsch-russischen Festtage. Die Begegnung zweier Nationen, das war das, worauf der Veranstalter auch gezielt hat, dass die Menschen sich begegnen, miteinander in einen Dialog kommen. Und das ist es, was wir jetzt bemerken — dass das erfreulicherweise in den deutsch-russischen Beziehungen gerade wieder stattfindet.

    Also da bemerken Sie, dass sich etwas in Bewegung setzt?

    Definitiv, man sieht es auch bei der Teilnahme der deutschen Politiker an den Festtagen. Wir haben immerhin den stellvertretenden regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin bei uns zu Gast, Senator Henkel — er hat die Schirmherrschaft über das Boxturnier übernommen. Der Senator für Soziales Czaja hat die Schirmherrschaft über das Fußball-Integrationsturnier übernommen. Also ich glaube, das sind schon deutliche Anzeichen dafür, dass hier wieder ein Dialog stattfindet, der auch nur zu begrüßen ist.

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    Tags:
    Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst, Deutschland, Russland