05:03 01 Dezember 2020
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    Für die Dota-2-Experten war es eine riesige Überraschung: Das Team „Escape Gaming“ aus Dortmund hat sich für "The International“ qualifiziert. Es war erst kurz zuvor neu zusammengestellt worden. Das Turnier beginnt am 3. August im amerikanischen Seattle und gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft für Dota 2.

    Aus seinem Urlaub heraus hatte Till Hoffmann, CEO von Escape Gaming, Zeit für ein Interview mit Sputnik-Korrespondent Matthias Witte.

    via GIPHY

    Till, was war denn an dem Erfolg so überraschend?

    Das Team ist ziemlich jung und auch jung zusammengestellt. Im E-Sports ist es wie in anderen Sportarten auch: Je besser und länger ein Team zusammenarbeitet, umso besser funktionieren auch die Abläufe. Und da war die Qualifikation trotz einiger erfahrener Klassespieler schon überraschend. Das ist eigentlich schon eine Sensation gewesen.

    Wenn man das auf Fußball überträgt – gerade läuft die Europameisterschaft, kann man euch ein bisschen mit Island vergleichen? 

    Ich glaube, das geht ein Stück zu weit. Ich möchte Island nicht zu nahe treten, aber da ist dann der Qualitätsunterschied trotz des Erreichens des Viertelfinals, wie man jetzt gegen Frankreich (Frankreich gewann 5:2) gesehen hat, dann irgendwann doch zu groß. Das sehe ich jetzt auf unser Team übertragen, nicht. Wir haben im Team zwei absolute Starspieler mit ´syndereN´ und ´Era´. Da sind schon Spieler vom allerhöchsten Kaliber dabei. Sicherlich gehen wir als Underdog ins Rennen, aber trotzdem wird Einiges möglich sein.

    Was wäre denn für Euch ein Erfolg beim „The International“?

    Ganz offen, der Erfolg ist jetzt schon da. Wenn wir im Fußball bleiben, dann ist das die Qualifikation für die Champions League und wir können nur noch gewinnen. Unser Erfolg ist, dass wir dort sind. Alles Weitere ist Bonus.

    Wer wird das Turnier gewinnen?

    Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Zuletzt gab es OG, die exzellent „performt“ haben, aber: you never know. Es sind einige sehr gute Teams dabei, superklangvolle Namen aus den E-Sports, „FNATIC“ sind mit dabei. Gut, sind jetzt nicht die großen Favoriten, aber können sicherlich was reißen. Vielleicht gibt es ja auch eine Überraschung.  

    Findest Du, dass der Qualifikationsschlüssel für „The International“ gerecht ist?

    Nein, den finde ich nicht gerecht. Es ist absolut richtig, dass Du das ansprichst. Ich glaube, da würde auch jeder zustimmen, der sich mit Dota auskennt, dass es gewisse Regionen gibt, die doch sehr, sehr viel stärker sind.

    Das heißt, da kommen sicherlich einige Teams aus Regionen, die vielleicht in anderen Regionen keine Chance gehabt hätten, mit zu dem Turnier, das ist korrekt. Auf der anderen Seite ist das auch in Ordnung, jede Region muss repräsentiert werden, das ist ja auch im Fußball so. Aber gerecht ist es sicher nicht. Aber, was ist schon gerecht?

    Welche Regionen sind denn stärker oder haben mehr stärkere Teams?

    via GIPHY

    Ich sag das sicher nicht aus politischen Gründen: Aber dass der europäische Qualifier dieses Mal einen harten Weg hatte, wenn man die Spiele gesehen hat, ist klar. Da sind Teams wie Virtus.pro nicht durchgekommen… Es war eine unfassbar hohe Qualität bei den Europa-Qualifiern – umso stolzer macht es mich, dass wir durchgekommen sind. 

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    eSport, Dota (Computerspiel), Escape Gaming, Matthias Witte, Till Hoffmann