03:33 30 Oktober 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    0 611
    Abonnieren

    Auf die wachsende Gefahr für den Luftverkehr, die die rapide ansteigende Zahl der privat und gewerblich genutzten Drohnen verursacht, hat Axel Raab, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Flugsicherung, verwiesen. Das Hauptproblem bestehe darin, dass den privaten Nutzern die Gesetzeslage nicht vertraut ist.

    "Es gibt klare Regeln, wie hoch geflogen werden darf, aber diese Regeln sind offensichtlich nicht allen Drohnenfliegern bekannt, denn es kommt doch gelegentlich zu Vorfällen“, sagte er in einem Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Valentin Raskatov. „Und wir sind der Meinung, hier muss der Gesetzgeber ganz klar sagen, dass das auch ein Straftatbestand ist.“

    „Hierzu sollte es eine Registrierung von Drohnen geben, denn wenn es zu einem Vorfall kommt oder gar zu einem Unfall, dann sollte man natürlich auch feststellen können: Wer ist dafür verantwortlich?" betonte Raab.

    Flughafen London Heathrow
    © AP Photo / Sang Tan
    Damit aber der Nutzer auch wirklich die Gesetzeslage verinnerlicht, legt er die Einführung eines Drohnenführerscheins nahe, zu dem er sich wie folgt äußert: "Es müsste eine Institution geschaffen werden, das könnte die Deutsche Flugsicherung sein, das könnte aber auch der Staat selbst sein oder eine Behörde wie das Luftfahrt-Bundesamt zum Beispiel, die einen solchen Drohnenführerschein vorschreibt, wo ganz klar geregelt ist: Was wird dort dem Drohnenbetreiber beigebracht? Wo darf er fliegen? Wie muss er sich verhalten, wenn zum Beispiel ein Rettungshubschrauber kommt, der vielleicht irgendwo auf einer Straße oder neben einer Autobahn landet? Dass er dann nicht mit diesem Rettungshubschrauber in die Quere kommt."

    Nähere Details zu einem möglichen Drohnenführerschein für den privaten Gebrauch teilen allerdings weder die Deutsche Luftsicherung, noch das Luftfahrt-Bundesamt mit. Es bleibt also fraglich, ob dieser überhaupt eingeführt werden wird. Wenn man als Drohnenpilot oder —betreiber derzeit dennoch sicher sein will, hält man sich am besten an die Bestimmungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

    Video: Erstmals in Action — russische Lasten-Drohne bei Testflug gefilmt

    Die Regelungen hängen hier vom Verwendungszweck der Drohne ab. Man unterscheidet zwischen gewerblicher und privater Nutzung. Dabei muss die Drohne nicht unbedingt Güter transportieren, um als gewerblich eingestuft zu werden. Es reicht schon, wenn der Nutzer mit der Kamera Videos filmt, die er auf Youtube hochlädt und die ihm durch zwischengeschaltete Werbung Einnahmen einbringen.

    Das für die Regelungen zuständige BMVI sieht folgende Bestimmungen für den Betrieb in diesen beiden Fällen vor:

    1. Privater Gebrauch:

    * Eine Flughöhe von bis zu 100 Metern ist erlaubt.

    * Die Drohne soll sich innerhalb der Sichtweite des Steuerers befinden. Eine Faustregel besagt zwar, dass die Sichtweite 300 Meter betrage, diese hängt jedoch im einzelnen Fall von den Wetterbedingungen wie zum Beispiel Nebel ab.

    * Ab 0,5 kg Gewicht gilt eine Drohne als kennzeichnungspflichtig.

    * Private Nutzer müssen derzeit keinen Drohnenführerschein absolvieren.

    * Über folgenden Einrichtungen ist eine Verwendung von Drohnen verboten: Industrieanlagen, Justizvoll¬zugs¬anstalten, militärische Anlagen, Kraftwerke und Anlagen zur Energieerzeugung und —verteilung sowie Bundesfernstraßen und Eisenbahnlinien.

    * In einem Umkreis von 1,5 km um einen Flughafen dürfen keine Drohnen geflogen werden.

    * Weitere Orte, die nicht von Drohnen beflogen werden dürfen, stellen Menschenansammlungen, Unglücksorte, Katastrophengebiete und Einsatzorte von Polizei oder anderer Sicherheitsbehörden oder —organisationen dar.

    * Bei Drohnen greift in der Regel die Haftpflichtversicherung nicht, deshalb muss hier eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden, die diverse Versicherungen anbieten.

    2. Gewerblicher Gebrauch:

    * Keine Angabe zu maximaler Höhe

    * Betrieb außerhalb der Sichtweite des Betreibers ist möglich.

    * Ab 0,5 kg gilt eine Drohne als kennzeichnungspflichtig.

    * Gewerbliche Nutzer müssen einen Drohnenführerschein absolvieren, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Die Lizenz erteilt das Luftfahrt-Bundesamt.

    * Bei Drohnen greift in der Regel die Haftpflichtversicherung nicht, deshalb muss hier eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden, die diverse Versicherungen anbieten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Gedanken-gesteuerte Drohnen: US-Universität veranstaltet erstes Rennen
    Weltrekord: Russische Drohne hat längsten Flug-Atem
    Russische Armee bekommt Alles-Könner-Drohne
    Russische Drohnen seit 10. Jahrhundert: Erfolge und Flops
    Tags:
    Flugsicherung, Luftverkehr, Drohne, BMVI, Axel Raab