19:48 24 April 2019
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    Erinnerungskultur und „Stolpersteine“ – Gesprächsthemen des Petersburger Dialogs

    © AFP 2019 / John Macdougall
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    Mit einer Gedenkveranstaltung an die Gefallenen im Krieg gegen Nazi-Deutschland hat am 14. Juli der 15. Petersburger Dialog begonnen, der in diesem Jahr unter dem Motto „Russland und Deutschland im Angesicht globaler Herausforderungen“ stattfindet.

    Es ist wichtig, dass man im Gespräch bleibt und die negativen Seiten der gemeinsamen Geschichte nicht vergisst, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften, Peter Franke, im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin.

    Die Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft, an der er sich beteiligt, erörtert unter anderem die Arbeit russischer NGO. Ein wesentliches Thema dabei sei die Finanzierung dieser Organisationen. „Der Meinungsaustausch über die Finanzierung ist während des Petersburger Dialoges sehr wichtig“, so Franke.

    Es gehe auch um die Erinnerungskultur und den Umgang mit dem Erben von Krieg und totalitärer Vergangenheit in Deutschland und Russland. „Wir erwarten neue Impulse und Projekte. Die Hauptfrage —woran man sich erinnert, ob man alle Facetten der gemeinsamen Vergangenheit berührt.“

    Deutsch-russisches Forum „Petersburger Dialog“ (Symbolbild)
    © AFP 2019 / Robert Michael
    In Deutschland habe es lange gedauert, bis man sich der Frage der sowjetischen Zwangsarbeiter gewidmet habe, fährt Peter Franke fort. Er denke, dass dies auch heute und auch in Russland ein Thema sei, das man nicht so offen behandele: „Wie es diesen Menschen ging, als sie in die Sowjetunion zurückgekehrt sind, und wie man mit ihnen umgegangen hat.“

    Bei dem Petersburger Dialog werde man Ideen entwickeln und sich von dem inspirieren lassen, was in jedem anderen Land laufe. „Deutschland wird das Projekt,Stolpersteine‘ vorstellen, wo an Orten in deutschen Städten, wo früher die Juden gelebt haben, die dann umgebracht wurden oder im Lager ermordet sind, dass dort in die Erde große Steine eingelassen werden, und die Namen stehen“, sagte Franke. „Jeder kann darüber stolpern, und es wird jedem zugleich bewusst:,Hier hat ein Jude gelebt.‘ Das sind Ideen, die vorgestellt werden. Es geht um konkrete Dinge, die man machen kann.“

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    Tags:
    NGO, Petersburger Dialog, Peter Franke, Deutschland, Russland