07:38 18 November 2019
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    Journalist Pawel Scheremet in Kiew getötet

    "Einfach weggesprengt": Experte sieht Kiew hinter Mord an Scheremet

    © REUTERS / alentyn Ogirenko
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    Hinter dem Mord an dem renommierten Journalisten Pawel Scheremet in der Ukraine sieht der österreichische Geopolitiker Herbert Martin die „Mächtigen“ in Kiew.

    Scheremet habe versucht, möglichst neutral die Dinge darzustellen, was die Kiewer Regierung nicht dulde. „Man hat ihn einfach weggesprengt“, sagte Martin zu Sputnik. Nach seiner Einschätzung wollen die Mächtigen in Kiew die Presse gern unter Kontrolle haben und betrachten deshalb „alles, was systemkritisch ist, als Feindbild“.

    „Das ist der springende Punkt, dass die Kiewer Regierung sich in einer absolut undemokratischen Art mit der Presse auseinandersetzt — mit einer Brutalität, die schrecklich ist“, so der Experte. „Man kann aber die Presse auf Dauer nicht kontrollieren und ihr nicht ewig vorschreiben, was sie zu berichten hat. Irgendwann wird das System brechen.“ 

    Scheremet hatte seit rund fünf Jahren in Kiew gelebt und zuletzt für die Internetzeitung „Ukrainskaja Prawda“  und den Rundfunksender Radio Westi gearbeitet. Der 44-jährige Journalist wurde am Mittwoch durch einen Bombenanschlag getötet. Der Hintergrund ist vorerst unklar.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bezeichnete den Anschlag als eine „schreckliche Tragödie“ und verfügte die Bildung einer Ermittlungskommission, die aus ukrainischen Beamten, aber auch aus Ermittlern der US-Bundespolizei FBI bestehen soll.

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    Pawel Scheremet, Ukraine