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05:32 22 September 2019
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    Spezialkräfte der Polizei sichern die Straßen in Ansbach nach der Explosion

    Augenzeugen aus Ansbach: „Das war schon ein richtiger Wumms!“

    © REUTERS / Michaela Rehle
    Gesellschaft
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    Das idyllische Städtchen Ansbach ist am Sonntagabend aus einem dramatischen Anlass in die Schlagzeilen der internationalen Medien gekommen. Die Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer war vor Ort und hat sich umgehört, wie Einwohner dieses Ereignis erlebt haben.

    Eine Bewohnerin von Ansbach, die nicht weit von der Stelle der Explosion entfernt wohnt, berichtet: „Ich habe die Detonation gehört. Das war schon ein richtiger ꞌWummsꞌ und dann Sirenen, Blaulicht und dann hab ich die Meldung auf Facebook gesehen, da bin ich dann schnell rausgegangen, aber da war schon alles abgesperrt.“

    Ansbach, Tatort
    © REUTERS / Michaela Rehle
    Angst habe sie nicht, betont die Frau, es bringe nichts, sich einzuschließen. Auch die Flüchtlinge in ihrem Ort sehe sie nicht als Gefahr, psychisch labile Menschen gäbe es schließlich überall, in jeder Gesellschaft.

    Über Facebook habe sie auch Kontakt zu ihren engsten Freunden gehabt und so schnell feststellen können, dass alle wohlauf seien.

    Von der Nacht erzählt die Frau weiter:

    „Ich bin einfach raus ich wollte schauen, da vorne ist meine Stammkneipe, und da wäre ich sonst auch hingegangen, ich bin nur nicht gegangen weil ich zu müde war, aber als ich das dann gelesen habe, da hab ich gedacht: Scheiße, da hättest du auch gewesen sein können.“

    Das Waffengesetz oder die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen — davon hält die Anwohnerin wenig. Sie wünscht sich aber, dass Menschen, die psychisch labil sind, besser überwacht werden. Und schnelle Hilfe bekommen.

    Eine weitere junge Frau erzählt: „Angst habe ich direkt nicht, aber man hat es immer schon im Hinterkopf, das früher oder später irgendwas passieren kann.“

    An dem Abend hatten sie ihre Eltern angerufen, sie haben sich aber in einem Nachbarort aufgehalten. Dort hätten sie dann abgewartet, bis die Lage sich wieder beruhigt habe. Zur Stimmung in Ansbach sagt sie:

    „Ja, die Tendenz gegen Flüchtlinge verstärkt sich, man sieht das auch an den Kommentaren auf Facebook unter den Meldungen über Ansbach, da wird der Tonfall auch immer schärfer.“

    Eine andere Ansbacherin gibt an, dass sie nichts bemerkt habe an dem Abend, bis dann auf einmal Feuerwehr und Krankenwagen ausgerückt seien und Helikopter am Himmel kreisten: „Da habe ich mir schon gedacht, dass irgendwas passiert ist. Jeder ist rausgekommen und wollte schauen, was passiert ist“.

    Auf die Frage, ob sie nun Angst habe, antwortet die junge Frau: „Man macht sich schon Gedanken, das war sehr unerwartet, hier in so einer kleinen Stadt. Wir hätten alle weg sein können.“

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    Explosion, Ansbach, Deutschland