00:02 22 Februar 2018
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    Sexy, aber nicht mehr so arm? - CDU-Stadtrat Spallek: „Berlin ist am attraktivsten“

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    Der Faktor Wohnen ist für Berliner ein wichtiger Bestandteil des Alltags und ist somit Wahlkampfthema für die Abgeordnetenhauswahlen am 18. September. Laut des Bezirksstadtrates von Berlin-Mitte Carsten Spallek befindet sich der Berliner Wohnungsmarkt in einem Boom.

    „Berlin ist arm, aber sexy“, mit diesem Spruch sorgte der ehemalige SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit 2003 für Schlagzeilen und spätestens danach setzte ein neues Bewusstsein für Berlin ein.

    „In den letzten vier bis fünf Jahren hat die Dynamik nochmal zugenommen. Durch den Zuzug von außerhalb steigen natürlich die Mieten und der Miet- und Wohnraum wird knapper. Dass der zusätzliche Wohnraumbedarf weiter an Fahrt aufnimmt, liegt schlichtweg am Prinzip von Angebot und Nachfrage“, so Carsten Spallek im Gespräch mit Sputnik-Korrespondentin Anne-Kathrin Glück.

    Die Spekulationen der Medien über eine fatale Auswirkung der Flüchtlingskrise auf den Berliner Wohnungsmarkt findet der CDU-Politiker stark übertrieben: „In erster Linie sollten wir nicht überbewerten, dass die Flüchtlingskrise dazu beigetragen hat, dass Wohnraum knapp wird. Wir nehmen bei Weitem nicht so viele Flüchtlinge auf, wie sonst Menschen aus anderen Teilen der Bundesrepublik oder aus dem Ausland zu uns kommen. Zudem leben viele Flüchtlinge noch gar nicht in Wohnungen, sondern meist in Sammelunterkünften.“

    Sobald doch die Flüchtlinge in Wohnungen umgesiedelt werden, würde sich der Druck auf den Wohnungsmarkt erhöhen. „Aber die Flüchtlinge sind nicht die Ursache für die prekäre Lage. Wenn wir von über 45.000 Flüchtlingen in Berlin reden, dann ist das nicht vergleichbar mit den generellen Zuzügen von rund 300.000 Menschen innerhalb der letzten zehn Jahre. Eine wichtige Ursache für den derzeitigen Wohnungsmangel sind vielmehr die Fehlentscheidungen von der rot-roten Vorgängerregierung, die das unmittelbare Problem der Wohnungsnot nicht wahr haben wollte“, so Spallek.

    Die bürokratischen Hürden lassen Entscheidungsträger nicht schnell handeln, obwohl der Wohnraumbedarf immer dringender zu werden scheint. „Von der ersten Idee der Planung bis zum Bezug von Wohnungen bewegt es sich schon mal um die fünf Jahre. Doch wir brauchen jetzt Wohnräume, da der Bedarf auch auf absehbare Zeit nicht geringer wird. Dabei behalten wir die Umsetzung von mindestens 25 Prozent im sozial geförderten Mitwohnungsbau im Auge.“

    Im Zeichen der Globalisierung kristallisierte sich ganz besonders ein Trend heraus, Berlin als temporären Wohnort zu nutzen, was langsam zu einem weiteren Faktor des Wohnungsmangels  wurde: Immer mehr Berlin-Fans zogen Hotels und Hostels Privatunterkünfte vor.  Doch das 2014 in Kraft getretene Zweckentfremdungsgesetz soll dieser Praxis wieder ein Ende setzen. „Die Berliner Verwaltung steht jetzt vor der Herausforderung, diese Regeln umzusetzen. Das ist schon eine Sisyphusarbeit — bei den mehreren Tausend Wohnungen, die zu Gewerbezwecken genutzt werden.“

    Mögen München und Hamburg teurer sein, Berlin sei – trotz aller Probleme – „die attraktivste Stadt Deutschlands“, behauptet Spallek.

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    Tags:
    Migranten, Carsten Spallek, Anne-Kathrin Glück, Berlin