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    „Ich verbrenne mich, wenn Kinderehen nicht verboten werden“ – afghanischer Aktivist

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    Kahavali Adel, ein junger Mann, dessen kleine Schwestern zwangsverheiratet wurden, protestiert schon seit Monaten gegen Kinderehen in Afghanistan. Nach mehreren Hungerstreiks, Protestaktionen und sogar einer Zelt-Mahnwache vor dem Kabuler Parlament droht er nun mit der Selbstverbrennung.

    Mit seinen Aktionen scheint der junge Afghane aber tatsächlich die Mauer der Gleichgültigkeit der Regierung durchbrochen zu haben. Nach einer Pressekonferenz mit Kahavali, an der auch ein Sputnik-Korrespondent teilnahm, versprach der Ulema-Rat (Verband islamischer Theologen in Afghanistan), demnächst eine neue Fatwa zu erlassen, die frühe Ehen verbieten wird.

    Kavahali, der aus der südöstlichen Provinz Paktia stammt, erzählte bei der Konferenz von seiner Familie. So seien seine beiden minderjährigen Schwestern an Männer eines verfeindeten Klans vergeben worden, um einen jahrelangen Konflikt beizulegen. Der junge Mann ist aber gegen diese jahrhundertealte Tradition und glaubt, dass man Streitigkeiten mit dem Gesetz lösen sollte.

    „Sollte diese Fatwa nicht erlassen werden, werde ich mich verbrennen, um der Ulema zu demonstrieren, dass mein Märtyrertod nicht viel besser als das Leid dieser Mädchen ist“, sagte er in einem Gespräch mit dem Sputnik-Korrespondenten.

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    Mädchen, Kinder, Kinderehen, Afghanistan