10:07 18 November 2019
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    Damit der Verkehrsfluss nicht stockt: eTaxis mit auswechselbarem Akku

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    Mit dem eTaxi will Adaptive City Mobility ein elektrisches Kleintaxi auf den Markt bringen, bei dem sich der Akku einfach auswechseln lässt, um Ladezeiten zu vermeiden. Paul Leibold, Initiator und Projektführer im Unternehmen, teilte in einem Sputnikinterview Details zu dem Vorhaben mit.

    Der Umstieg auf elektrische Autos wird derzeit energisch angetrieben. Käufern winken Prämien von bis zu 4.000 Euro. Das größte Problem stellen bisher allerdings die geringe Reichweite der Autos und die langen Wartezeiten dar. Mit dem eTaxi will das Unternehmen Adaptive City Mobility dieses Problem zumindest für Taxis sowie andere gewerblich genutzte Fahrzeuge lösen. Wie diese Lösung aussieht, darüber hat sich Sputnik-Korrespondent Valentin Raskatov mit Initiator und Projektführer Paul Leibold von Adaptive City Mobility unterhalten.

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    Das Problem, zu dem er die Lösung anbietet, schildert Paul Leipold folgendermaßen: „Wir haben ja in der Elektromobilität das Problem, dass mit der heutigen Technologie die Akkus bei stark begrenzter Reichweite sehr lange laden müssen oder eine teure, komplizierte Schnellladetechnik alternativ eingesetzt werden muss, die dann aber immer noch 30 bis 60 Minuten Ladezeit beansprucht. Und mit einem einfachen Akkuwechselsystem, bei dem ich sechs kleine Akkuboxen manuell wechseln kann, kann ich erstens die Ladezeit auf ein paar Minuten begrenzen und kann dann durch schichtweise gewechselte Akkus, im Taxibetrieb, zum Beispiel, die Reichweite erhöhen.“

    Zu der Beschaffenheit des Fahrzeugs, das an ein asiatisches Tuk-Tuk angelehnt ist, aber zugleich europäischen Standards entsprechen soll, sagt Leibold: „Unser Fahrzeug ist sehr leicht. Es wiegt inklusive Akkus nur circa 550 Kilogramm, wodurch wir im Vergleich mit anderen Fahrzeugen nur etwa die Hälfte der Akkukapazität für die gleiche Reichweite brauchen. Da die Akkus leicht und einfach sind, können wir Niedervolttechnik einsetzen, die gegenüber der heutigen Hochvolttechnik nicht lebensbedrohlich ist und somit von jedem gehandhabt werden kann.“

    Ob die Fahrzeuge auch einmal für den privaten Bereich genutzt werden, ist eine Frage der Weiterentwicklung dieser Technologie. „Das ist eine Frage des Automatisierungsgrades des Akkuwechselsystems. Wir beginnen im gewerblichen Bereich, weil wir uns sagen: Da haben wir angestellte Fahrer, die ein Mal am Tag nach Schichtende die Akkus manuell wechseln können. Das wollen wir unserem Endkunden nicht zumuten. Die Technik kann man weiterentwickeln, dass solche Akkus dann auch teilautomatisch bis hin zu vollautomatisch gewechselt werden können. Und dann wird es natürlich auch für den Endkunden, den einfachen Konsumenten verwendbar sein“, so Leibold dazu.

    Trotz gespaltener Meinung scheint hier Bedarf zu bestehen: „Wir haben da eine umfassende Marktforschung über ein Jahr gemacht und auch mit sehr vielen Taxifahrern gesprochen. Das Interessante ist, da spalten sie sich in zwei Gruppen: Da gibt es Traditionalisten, die bei dem gerne bleiben, was es heute gibt, und es gibt sehr Innovative, die sehr positiv auf unser Angebot reagieren. Das ist auch für uns ein gutes Zeichen, dass wir mit unseren Neuerungen eine Diskussion eröffnen und die Trendsetter in dem Bereich sehr begeistert auf unser Angebot reagieren“, sagt Leibold.

    Nach seinen Aussagen ist die internationale Anfrage groß. Der Einsatz des Fahrzeugs sei für den innerstädtischen Bereich geplant, könne aber grundsätzlich auf den ländlichen ausgedehnt werden. Auch kleine Inseln böten sich für diese Fortbewegungsmittel bei ihren kurzen Fahrtstrecken und Geschwindigkeitsbegrenzungen förmlich an. Im Jahr 2018 soll von Green City Projekt GmbH München, einer Organisation aus dem Umweltbereich, ein Feldtest dieses neuen Fahrzeugtyps in München erfolgen.

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    Tags:
    City eTaxi, Adaptive City Mobility, Paul Leibold, Valentin Raskatov