22:52 05 April 2020
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    Bei Nimb handelt es sich um einen Ring mit integriertem Panikknopf, der in Gefahrsituationen helfen soll. Wie er beschaffen ist und was er alles kann – darüber hat sich Valentin Raskatov mit der Mitbegründerin von Nimb, Jekaterina Wladimirowna Romanowskaja, unterhalten:

    „Das Wort Nimb ist kurz und lässt sich leicht merken. Außerdem hat es eine tolle Bedeutung, denn Nimb beziehungsweise Nimbus bedeutet: Heiligenschein oder schützender Lichtkreis“, erklärt Jekaterina Romanowskaja den Namen des Rings, „Der Ring hat diesen Namen, weil er den Träger schützend umgibt.“

    Aber wie schützt der Ring den Träger und was macht ihn so besonders? Zur Funktionsweise des Rings sagt die Mitbegründerin: „Unser System besteht aus einem Gadget, dem eigentlichen Ring, den man an der Hand trägt und einer App, in der man selbst die Sicherheitssphären festlegen kann. Es funktioniert wie folgt: Wenn man in eine Extremsituation gerät, muss man einfach mit der Daumenkuppe einen auf der Rückseite befindlichen Knopf drücken und diesen drei Sekunden gedrückt halten. Dann sendet das System automatisch eine Nachricht raus, in der Ihre Koordinaten und Ihre Profilinformationen enthalten sind. Diese Nachricht wird an die Adressen gesendet, die man selbst vorher in der App eingestellt hat.

    So ist der Ring aufgebaut
    © Foto : Nimb
    So ist der Ring aufgebaut

    Wir nennen das „Sicherheitssphären“, eine von diesen schließt Verwandte und Freunde sowie Polizei, private Sicherheitskräfte und Rettungsdienste ein. Die nächste Sicherheitssphäre betrifft Menschen, die in der Nähe sind. Wenn Sie die App entsprechend eingestellt haben, können diese im Umkreis von mehreren Hundert Metern ein Signal empfangen. Es kann sich aber auch um Mitglieder Ihrer Gemeinschaft handeln, die man in der App vermittels von Tags festlegen kann. Dazu stellen Sie ein, dass Sie zu einer bestimmten Gemeinschaft gehören und die Leute können Ihnen dann zu Hilfe kommen. Diejenigen, die die Meldung erhalten sollen, können diese sowohl über die Nimb-App erhalten – die völlig frei ist und die man auch nutzen kann, ohne den Ring zu kaufen –, als auch auf jede andere Weise, sei es durch eine SMS, eine E-Mail oder einen automatisierten Anruf.

    Signal in der App
    © Foto : Nimb
    Signal in der App

    In dieser Nachricht werden dann wichtige Momente mitgeteilt: dass jemand in der Nähe in eine gefährliche Situation gekommen ist, sein Foto, sein voller Name, Alter und andere kritische Informationen wie zum Beispiel die Blutgruppe, Routen, die die Person oft zurücklegt, auch Informationen wie zum Beispiel die Nummer des Büros in einem Hochhaus oder die Nummer des Hauseingangs bei einem Wohngebäude und natürlich die genauen GPS-Koordinaten, damit die Empfänger sich koordinieren und Hilfe leisten können.“

    Das passiert, wenn man ein Signal sendet
    © Foto : Nimb
    Das passiert, wenn man ein Signal sendet

    Helfen kann der Ring nach Ansicht der Mitbegründerin von Nimb in nahezu jeder Gefahrsituation: „An erster Stelle kommen Situationen, die mit einem plötzlichen Überfall, Belästigung oder aggressiven Bedrohungen seitens anderer Leute zu tun haben. Hier kann es sich um Raub, um Grobheiten, um einen Angriff oder eine Vergewaltigung handeln. Jede Situation, die Leben und Gesundheit gefährdet, eignet sich für einen solchen Hilferuf.

    Nimb
    © Foto : Nimb
    Nimb

    Die zweite große Kategorie stellen gesundheitliche Probleme dar. Wir haben ein großes Feedback von Leuten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen, die häufig in Ohnmacht fallen oder Anfälle haben oder von Leuten, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden können. In solchen Situation ist eine Nutzung des Telefons schlichtweg unmöglich, dagegen hat man immer diese drei Sekunden Zeit, um mit der Daumenkuppe auf den Knopf des Rings zu drücken und Verwandte wie Bekannte wie auch Rettungsdienste darüber in Kenntnis zu setzen, dass mit Ihnen etwas nicht in Ordnung ist.

    Und die dritte Art Situation ist ein unvorhergesehenes Ereignis, wenn Sie zum Beispiel irgendwo mit dem Fahrzeug nicht durchkommen – sei es, dass der Weg blockiert ist, sei es, dass ein Autounfall passiert ist. Sehr oft nutzen es Leute, die Extremsport treiben, Skateboarder, Fallschirmflieger – also Leute, die gleichermaßen keine anderen Mittel verwenden können, um zu Hilfe zu rufen und – was das Wichtigste ist – die es sich nicht erlauben können, einen langen Anruf zu tätigen, in dem sie erklären, was ihnen zugestoßen ist.“

    • Nimb
      Nimb
      © Foto : Nimb
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    • Nimb Rettungsring
      Nimb Rettungsring
      © Foto : Facebook/Nimb
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    Dennoch gibt es eine Reihe problematischer Situationen für den Träger: „Die einzige Beschränkung bei der Verwendung unseres Rings stellt ein stabiles Netzsignal dar. Das heißt, dort, wo derzeit keine Netzdeckung herrscht, wird Nimb nicht funktionieren. Aber wir arbeiten gerade verstärkt an Nachfolgeversionen, um erstens den Ring vom Smartphone unabhängig zu machen. Derzeit wird die Verbindung über das Smartphone hergestellt und wenn der Akku entladen ist, dann wird ebenfalls kein Signal ausgesandt. Und zweitens arbeiten wir daran, kein Mobilnetz, sondern eine Satellitenverbindung zu verwenden. Und unsere Ingenieure haben uns mitgeteilt, dass es kein Ding der Unmöglichkeit ist und im Rahmen von anderthalb oder zwei Jahren ein spezieller Ring für diejenigen hergestellt werden könnte, die Extremreisen lieben oder sich oft an Orten aufhalten, die vom Netz nicht abgedeckt sind. Aber auch das Satellitensignal funktioniert nicht überall gut, zum Beispiel unter der Erde. Deshalb ist es besser, in Situationen, die sich zum Beispiel in U-Bahn-Stationen oder in Unterführungen ereignen, ein Mobilnetz zu nutzen – in vielen Ländern ist dieses verfügbar. In U-Bahnen oder anderen Transportmitteln, die unter der Erde verlaufen, ist dieses Problem nicht in allen Ländern gelöst. Aber wir hoffen hier sehr, dass in diesen Bereichen sich die Technologie weiter vervollkommnen wird. Denn die Ergebnisse dann auch in unsere Gadgets zu integrieren, stellt für uns kein Problem dar“, so Romanowskaja.

    Seinen Ursprung nimmt Nimb aber genau in einer der Situationen, die er in Zukunft verhindern soll, wie Romanowskaja erzählt: „Die Idee stammt vom CEO unseres Unternehmens, Leonid Berschanskij, der sich mit diesem Projekt schon zwei Jahre lang beschäftigt. Die Idee ist ihm gekommen, nachdem seine Freundin eine ganze Stunde vor dem Eingang ihres Hauses im Streit mit ihrem neuesten Verehrer verbracht hatte. Dieser war wie aus dem Nichts aufgetaucht, hatte sie bei beiden Händen gefasst und die Tasche, in der sich Mobiltelefon und Pfefferspray befanden, auf die Entfernung von einigen Metern weggeschleudert. Zum Glück ist ihr nichts passiert, aber die Frau hatte um Hilfe gerufen und auf ihren Hilferuf hin ist niemand erschienen und auf eine andere Weise konnte sie sich nicht helfen, da ihre beiden Hände blockiert waren. Das hat Leonid veranlasst, über eine Lösung nachzudenken. Innerhalb von zwei Jahren wurde eine kolossale Arbeit geleistet: Zuerst haben die Jungs das Design und die Technologie entwickelt und nun existieren voll funktionsfähige Prototypen der App und des Rings und innerhalb der nächsten Tage soll sich entscheiden, wo wir mit der ersten Massenproduktion beginnen werden.“

    Das Nimb-Team
    © Foto : Nimb
    Das Nimb-Team

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    Tags:
    Nimb, Jekaterina Romanowskaja