14:31 20 Oktober 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Das Zusammenleben mit den Leuten, die nach Deutschland kommen, funktioniert nicht, so der CSU-Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer, wenn man diesen nicht erklärt, in was sie sich integrieren sollen.

    In ihrem letzte Woche beschlossenen „Strategiepapier“ betont die Partei, dass die deutsche Leitkultur die Basis der Integration bilden muss. Dies löste eine öffentliche Diskussion aus, wie die deutsche Leitkultur zu definieren sei. 

    „In der Definition der ‚deutschen Leitkultur‘ lehne ich mich an die Schriften des Politologen Bassam Tibi an. Dort heißt es: ‚Vernunft vor Offenbarung, Trennung von Religion und Staat, Pluralismus und Toleranz‘. Und genau das setzt die CSU in Bayern um.“

    In einem Interview mit der Sputnik-Korrespondentin Anne-Kathrin Glück stellt Martin Neumeyer fest: „Wir in Bayern haben einen ganz offenen Umgang mit unserer deutschen Leitkultur. Man muss den Leuten, die zu uns kommen, genau sagen, in was sie sich integrieren sollen, sonst funktioniert das Zusammenleben nicht.“

    Besonders in Bayern gilt die christliche Religion als fester Bestandteil der deutschen Leitkultur. Doch wenn daran jemand zweifelt, so der CSU-Integrationsbeauftragte, dann wird es schwierig. „Wir haben nur dieses eine Angebot, dass auf unseren Werten basiert.“

    Ein Verbot der Vollverschleierung ist eine weitere Forderung der CSU. „Eine satte Mehrheit von 81 Prozent der Deutschen wollen dieses Verbot. Das ist nicht nur ein Bayrischer Wille. Darauf muss die Bundesregierung, ob nun über eine Volksabstimmung oder ein Bundesentscheid über kurz oder lang reagieren“, meint der CSU-Politiker im Gespräch mit der Sputnik-Korrespondentin Anne-Kathrin Glück.

    „Für mich als Integrationsbeauftragter ist es wichtig, den Menschen zuzuhören und die Sorgen ernst zu nehmen. Ich erlebe es tagtäglich, dass insbesondere Frauen eine unbeschreibliche Angst haben. Daraus müssen wir unsere Schlüsse ziehen. Und die CSU ist da die richtige Partei, weil sie einfach ein bisschen tougher ist, als die anderen etablierten Parteien, die die Ängste der Deutschen nicht wahrnehmen.“ Aus diesem Grund, erklärt Martin Neumeyer, ist die AfD in Bayern auch nicht so stark.

    Auf die Frage, was sich andere Bundesländer im Bereich der Integrationsarbeit von Bayern abschauen können, antwortet er: „Zuerst einmal gibt es in Bayern keine Parallelgesellschaft, obwohl der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in unseren Städten weitaus höher ist, als in anderen Städten. Wir halten uns an unsere Normen, Sitten und Gebräuche und weichen in der Integrationsarbeit nicht davon ab. Das ist eine ganz wichtige Entscheidung“, so Neumeyer.

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    Tags:
    Martin Neumeyer, Bayern, Deutschland