23:07 27 Februar 2020
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    Hinter sogenannten Niqab-Shops in Deutschland stehen zum Teil islamistische Strukturen. Der Islamwissenschaftler Dr. Abdel-Hakim Ourghi bezeichnet diese Beziehungen als „gefährlich“.

    Dr. Abdel-Hakim Ourghi von der pädagogischen Hochschule Freiburg hat sich für das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ mit den Läden beschäftigt. Laut ihm gibt es solche Geschäfte in einigen Städten in Deutschland, darunter in Frankfurt, in Mainz, in Wuppertal, in Berlin und in Bremen. Eine genaue Anzahl dieser Läden kennt er zwar nicht, nimmt aber an, dass die Anzahl dieser Läden in Zukunft zunehmen wird.

    In den Geschäften werde Vollverschleierung, aber auch bestimmte Kleidung für Jungs und Männer verkauft, die eine Symbolik für die Zugehörigkeit  der salafistischen Szene vermitteln. Dabei gehe es nur in erster Linie um etwas Wirtschaftliches, so Ourghi:

    „Nimmt man das aber genau unter die Lupe, dann steht zum Teil eine islamistisch-salafistische Propaganda-Struktur dahinter. Man verkauft Artikel mit Symbolik des Extremismus durch bestimmte Schriften und Farben. In der Flughafenstraße in Berlin-Neukölln gibt es ein solches Geschäft und die verkaufen zum Beispiel einen schwarzen Ring und darin ist das Symbol des IS zu sehen. Hierbei handelt es sich um eine Propaganda für den extremistischen Islam.“

    Es sei bekannt, dass diese Läden Treffpunkte für Salafisten sind. Der Laden auf der Flughafenstraße sei beispielsweise neben einer Moschee. Beide sind miteinander verbunden. Dieses Netzwerk habe die Aufgabe, die Salafisten miteinander zu verbinden oder bereits integrierte junge Muslime zu re-islamisieren. Auch gibt es teilweise enge Verbindungen zu der extremistischen Salafistenszene, wie Dr. Ourghi erläutert:

    „Die Inhaberin eines solchen Geschäftes in Frankfurt ist die Tochter eines marokkanischen Salafistenpredigers. Bei uns entsteht eine salafistische Konsumkultur und wir betrachten das mit aller Vorsicht. Auf der Website des Niqab-Geschäfts in Wuppertal sehen wir den deutschen Salafisten Sven Lau. Der macht auf seiner eigenen Facebook-Seite wiederrum Werbung für diesen Laden. Es wird auch zu Spenden aufgerufen. Doch wozu braucht man diese Spenden? Und wohin gehen diese Gelder?“

    Die Niqab-Läden verkaufen Vollverschleierungen für Mädchen ab zwei Jahren. Dabei gehe es, laut dem Islamwissenschaftler Ourghi, um die politische und salafistische Instrumentalisierung der Kinder. Das sei eine Konkurrenz für die westlichen Werte und die westliche Sozialisation der Kinder. Ourghi spricht hier von einer Parallelgesellschaft:

    „Wir können nicht alles verallgemeinern und sagen, dass alle Muslime, die verschleiert sind, Extremisten sind. Doch solche Läden sind ein neues Phänomen in Deutschland. Mittlerweile werden sogar verschleierte Puppen angeboten. Die hier lebenden Muslime sollen miteinander verbunden werden —  dann an den salafistischen Glauben herangeführt werden, um danach zu leben.“

    Dr. Abdel-Hakim Ourghi betont, dass es wichtig sei, solche Läden von den Behörden beobachten zu lassen.

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    Tags:
    Niqab, Salafisten, Abdel-Hakim Ourghi, Deutschland