09:59 18 Juni 2018
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    Bautzen, Randale zwischen Rechten und Flüchtlingen

    25 Jahre Hoyerswerda: „Bautzen zeigt, dass man nicht aus Fehlern lernt“

    © AP Photo / Christian Essler
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    Die aktuellen Vorfälle in Bautzen zeigen heute, dass die Menschen aus ihren Fehlern nicht lernen, meint Uwe Proksch, Geschäftsführer der Kulturfabrik Hoyerswerda, im Hinblick auf den 25. Jahrestag der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in dieser Stadt.

    Über die aktuellen Eskalationen im Nachbarort Bautzen sagt Proksch: „Man kann nur hoffen, dass die Politik ordentlich reagiert, um einerseits die Menschen zu schützen, aber auch um die ganze Flüchtlingsthematik in den Griff zu bekommen.“ Die Integrationspolitik, so Proksch, ist eine Katastrophe.

    „Das Problem werden wir nicht schnell los, wenn die Bundesregierung nicht endlich eine andere Richtung in der Asylpolitik einschlägt. Bis das nicht geklärt ist, besteht die Gefahr, dass immer wieder Auseinandersetzungen wie jetzt aktuell in Bautzen eskalieren.“

    „Vor 25 Jahren gab es in Hoyerswerda ganz ähnliche Ausschreitungen  zwischen Einheimischen und den damaligen Vertragsarbeitern in zwei verschiedenen Asylantenheimen“, erinnert Proksch. „Damals löste man das Problem, indem man die Menschen evakuiert hat.“ Doch das hielt Proksch für falsch. „Die Politik hat damals nicht reagiert, weil sie einfach vollkommen überfordert war. Nach dem Fall der Mauer sind in Hoyerswerda rund 20.000 Arbeitsplätze von heute auf morgen weggebrochen. Das westdeutsche System musste erstmal adaptiert werden. Insofern waren die Mechanismen noch gar nicht etabliert, unter den man hätte reagieren können.“

    Solange die Politik nicht die entscheidenden Weichen für ein friedliches Zusammenleben zwischen deutschen Einwohnern und Migranten stellt, müssen Bürgerinitiativen wie die Kulturfabrik-Hoyerswerda Präventivarbeit leisten.

     „Es gibt mittlerweile viele Initiativen, die zu Bürgergesprächen einladen. Hier engagieren sich viele Menschen. Im Landkreis Bautzen haben wir die meisten Migranten aufgenommen. Die Asylbewerber in Hoyerswerda leben heute in Ruhe.“

     

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