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11:08 15 Oktober 2019
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    Nobelpreis: Würdigung von Männern bringt Jury Sexismus-Vorwurf ein

    © AFP 2019 / Jonathan Nackstrand
    Gesellschaft
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    Die diesjährigen Nobelpreise gingen ausschließlich an Männer. Für manche Bloggerinnen ist das Anlass genug, der Nobelpreisjury lauthals Sexismus vorzuwerfen. Die vielen Nobelpreisträgerinnen der letzten 115 Jahre sind für die Kritikerinnen kein Beweis für die Absurdität ihrer Behauptungen.

    Der Beitrag von Frauen zur Wissenschaft und Kultur werde ungebührend gewürdigt – wie in diesem Jahr so auch in den Jahren zuvor, schreibt das Nachrichtenportal „medialeaks.ru“.

    „In diesem Jahr hat das Nobelpreiskomitee die Leistung der Frauen nicht honoriert. Sind wir denn nicht im Jahr 2016?“ fragt sich eine Bloggerin. Frauen seien in keiner einzigen Nominierung vertreten. Das sei sexistisch und nicht objektiv.

    „Lässt der Nobelpreis Frauen außer Acht?“, so eine weitere Stimme. „In keiner einzigen Kategorie haben Frauen einen Nobelpreis erhalten. Das sagt viel über unsere Gesellschaft aus.“

    Derweil führen die Bloggerinnen selbst Beispiele von Frauen an, die in den letzten 115 Jahren vom Nobelpreiskomitee ausgezeichnet wurden. Demnach wurden 48 Frauen für ihren Beitrag zu Wirtschaftswissenschaften geehrt, 14 erhielten die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für ihre herausragenden Literatur-Leistungen, zwölf Frauen wurden als besondere Medizinwissenschaftlerinnen mit dem Nobelpreis gewürdigt.

    Auch an berühmten Physikerinnen ging die Auszeichnung nicht vorbei: Marie Curie und Maria Goeppert-Mayer erhielten diese. Allerdings sei dies weniger als ein Prozent aller verliehenen Nobelpreise. In den letzten 53 Jahren sei keine einzige Physikerin ausgezeichnet worden, obwohl die Zahl der Physikdoktorinnen seit 1965, so die Bloggerinnen, von 5 auf 20 Prozent angestiegen sei.

    In diesem Jahr erhielt der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis für seinen wertvollen Beitrag bei der Beendigung des 50-jährigen Krieges und dem Übergang zu einem Friedensprozess. Der Chemie-Nobelpreis ging an den Franzosen Jean-Pierre Sauvage von der Universität Strasbourg, den Schotten Fraser Stoddart von der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois und den Niederländer Ben Feringa von der Universität Groningen für die Entwicklung von Nanomaschinen. Den Physiknobelpreis erhielten ein Brite und zwei US-Amerikaner für ihre Arbeiten im Bereich besonderer Formen und Aggregatzustände. Der japanische Biologe Yoshinori Ohsumi wurde für seine Entdeckung des sogenannten Autophagie-Mechanismus mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet – einem Prozess, bei dem Zellen eigene Bestandteile abbauen. Der Nobelpreis für Wirtschaft ging an den Harvard-Professor Oliver Hart und den MIT-Wirtschaftswissenschaftler Bengt Holmström für die Weiterentwicklung der Vertragstheorie.

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