08:49 29 Januar 2020
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    Das britische Bildungsministerium hat das muslimische Mädcheninternat „Jamia Al Hudaa“ in Nottingham geschlossen, schreibt „The Times“. Eine ehemalige Schülerin dieser Bildungsanstalt hat zuvor über die dort herrschenden Umstände berichtet.

    Alia Salim sei wegen Besitzes einer Fotokamera 2011 von der besagten Schule geschmissen worden. Vier weitere Schülerinnen hätten wegen Verdachts auf homosexuelle Neigungen gehen müssen: „Lehrer und Schülerinnen haben offen darüber gesprochen. Ich weiß noch, wie zwei Mädchen ihre Koffer packten, nachdem jemand gesagt hatte, dass sie sich küssen“, berichtet Alia.

    Zudem basiere der Lehrplan in „Jamia Al Hudaa“, so Alia, nicht auf europäischen Werten, sondern auf der Scharia: Den Schülerinnen sei beigebracht worden, dass Ehemänner ihre Frauen schlagen dürften und Homosexualität mit Hinrichtung zu bestrafen sei.

    Nach Alias Enthüllungen habe das Bildungsministerium des Landes eine Untersuchung der Schule vorgenommen und dabei Flugblätter sichergestellt, die erklärten, dass moderne Musik, Tanz und Gesang „Teufelszeug“ seien.

    Das muslimische Mädcheninternat „Jamia Al Hudaa“
    © Foto : Screenshot
    Das muslimische Mädcheninternat „Jamia Al Hudaa“

    In der Schulbibliothek seien außerdem Schriften entdeckt worden, deren Autoren für ihre radikalen Ansichten bekannt seien – einigen von ihnen sei sogar die Einreise nach Großbritannien verboten. Wie solche Werke mit dem Lehrplan in Einklang zu bringen seien, habe die Schulleitung nicht erklären können, schreibt „The Times“.

    Schulzentrum Oberes Elztal in Oberwinden
    © AP Photo / Muhammed Muheisen

    Zudem habe das Ministerium festgestellt, dass die Schülerinnen rund die Hälfte ihrer Lernzeit für das Studium des Islams aufbringen müssen, derweil sie auf anderen Gebieten nur über dürftiges Wissen verfügten. „Die Schülerinnen haben keine sicheren Kenntnisse des britischen Rechtsystems, wissen nicht, wer wie Gesetze im Land verabschiedet, und können nicht sagen, was unter britischen Werten zu verstehen ist“, so das Bildungsministerium laut Zeitung.

    Die Schule fördere bei ihren Schülerinnen keine ausgewogenen Ansichten, so das Ergebnis der Inspektoren. Deshalb habe das Ministerium die Schließung des Internats beschlossen. Für die Schulleitung bedeute das die Schließung der Schule selbst, weil 85 Prozent der Schülerinnen in dem Internat wohnten.

    Die Internatsleitung weist indes alle Vorwürfe der Verbreitung von Radikalismus zurück. Man habe den Schülerinnen niemals suggeriert, dass Homosexuelle notwendigerweise getötet werden müssten. Der Verweis Alia Salims sei auf „das destruktive Verhalten“ des Mädchens zurückzuführen. Die Entscheidung des Bildungsministeriums sei Teil einer Bashing-Kampagne gegen islamische Bildungseinrichtungen, so die Verantwortlichen des Internats.

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    Tags:
    Jamia Al Hudaa, Alia Salim, Großbritannien