02:42 22 Februar 2020
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    „Post-Wahrheit“ ist laut dem Oxford Wörterbuch das Wort des Jahres 2016, wie aus einer Mitteilung des Verlags „Oxford University Press“ hervorgeht. Der Begriff hat allerdings nichts mit der Post zu tun, sondern bezeichnet ein Phänomen, das sich jenseits von Fakten und Tatsachen, also außerhalb der Wahrheit abspielt – im Englischen: „post truth“.

    Die Redaktion des Oxford Wörterbuchs beschreibt die Bedeutung von „Post-Wahrheit“ noch genauer: Der Begriff bezeichnet Situationen, „wenn objektive Fakten bei der Herausbildung der öffentlichen Meinung weniger bedeutsam sind, als ein Appell an Emotionen und persönliche Ansichten.“

    Der Begriff existiere zwar bereits seit dem letzten Jahrzehnt, besonders intensiv werde er jedoch nach dem Brexit-Referendum und den US-Wahlen in Artikeln und anderen Publikationen verwendet, konstatiert die Wörterbuch-Redaktion.

    Der serbisch-amerikanische Dramaturg Steve Tesich habe das Wort erstmals 1992 verwendet – in seiner Abhandlung über den Krieg am Persischen Golf.

    Die Post-Wahrheit hat sich beim Rennen um den Titel laut der Mitteilung unter anderem gegen das Wort „Brexiteer“ (zu Deutsch: „Brexit-Befürworter“) durchgesetzt. Weitere Konkurrenten waren das aus dem Dänischen entlehnte „hygge“ (z.D.: „Zustand unvorstellbarer Glückseligkeit“) und „woke“ (z.D.: „Warnruf gegen Ungerechtigkeit und Rassismus“).

    Das Wort des Jahres 2015 nach Oxford-Version war das Emoticon „Tränen vor Lachen“. In Großbritannien hätten 20 Prozent und in den USA 17 Prozent der Emoticon-Nutzer dieses Smiley verwendet.

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    Tags:
    Brexit, US-Präsidentschaftswahl 2016, Oxford - Universität