20:41 21 November 2018
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    Türkische Polizisten nehmen die Ko-virsitzende der Demokratischen Partei der Regionen (DBP), Sebahat Tuncel, bei einer Protestaktion am 04.11.16

    Ankara feuert über 15.000 Staatsdiener

    © REUTERS / Sertac Kayar
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    Zum Dienstag sind in der Türkei weitere 15.000 Beamte entlassen worden, wie die türkische Zeitung „Resmi Gazete” am Dienstag unter Berufung auf einen Regierungsbeschluss berichtet.

    Demnach sollen mit sofortiger Wirkung 1988 Militärangehörige, 7586 Mitarbeiter der Geheimdienste, 403 Polizisten, 94 Mitarbeiter der Religionsverwaltung sowie insgesamt 5434 Beamte aus anderen staatlichen Behörden entfernt werden. Der Beschluss ist eine Folge des wegen des versuchten Putsches erlassenen Notstandes in der Türkei.

    Auch 45 Mitarbeiter des staatlichen TV-Senders TRT würden gefeuert.  Außerdem sollen neun regionale Medien geschlossen werden – sieben Zeitungen, eine Zeitschrift und ein Radiosender.

    Den betroffenen Personen und Institutionen wird vorgeworfen, Kontakte zur Bewegung des in den USA lebenden Oppositionellen Fethullah Gülen zu unterhalten.

    In der Nacht zum 16. Juli war in der Türkei ein Putschversuch unternommen worden, den die Behörden aber schnell unterdrücken konnten. Nach dem gescheiterten Putschversuch, bei dem mehr als 230 Menschen umgekommen und weitere 2100 verletzt worden waren, werden Massensäuberungen in Staatsbehörden, Gerichten, Geheimdiensten sowie in der Armee und im Bildungswesen vorgenommen.
    Ankara beschuldigt den in den USA lebenden oppositionellen türkischen Prediger Gülen, der Drahtzieher des Putschversuches gewesen zu sein. Gülen selbst verurteilte den Putschversuch und betonte, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Washington weigert sich bislang, Gülen an Ankara auszuliefern, was mit Mangel an Beweisen begründet wird.

     

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    Tags:
    Putschversuch, Festnahmen, TV-Sender TRT, Fethullah Gülen, Türkei