05:33 21 November 2017
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    Soldaten von Aleppo: Wer sind sie? Was bewegt sie?

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    Sie kämpfen an vorderster Front in Aleppo gegen den Terror – Männer und Frauen der syrischen Regierungsarmee. In Friedenszeiten waren sie ganz normale Leute. Was sie sich wünschen, ist Frieden – für sich, für ihre Familien, für ihr Land. Sputnik hat mit den Soldaten an der Front gesprochen.

    Er ist groß und sieht gefährlich aus, doch er kann seine Emotionen nicht verbergen. Abu Naser ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Familie sieht er alle drei Tage wieder.

    Bevor er der syrischen Armee beigetreten war, war er ein einfacher Beamter. „Ich ging an die Front, nachdem eine Bombe in mein Haus in Homs eingeschlagen war. Es gab Dutzende Tote, Verletzte, überall lagen Körperteile herum“, sagt Abu. Hoffentlich sei der Krieg bald vorbei, damit er zu seiner Familie und seiner Arbeit zurückkehren könne, so der Soldat.

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    Sein Kamerad Basil hat Jura in Deir ez-Zor studiert. Nun musste er lernen, mit einem Granatwerfer umzugehen. Die Waffe aus russischer Fertigung beherrscht er inzwischen perfekt. Doch in Gedanken ist er ganz bei seiner Familie. Sie lebt im besetzten Teil Aleppos – ein Treffen ist praktisch unmöglich. Schon seit vier Jahren hat Basil seine Familie nicht gesehen. „Ich schau mir ihr Foto an und es wird mir warm ums Herz. Ich kämpfe hier, um meinen Verwandten nah zu sein“, sagt der junge Mann.

    Während die Soldaten ihre Geschichten erzählen, sind ganz nah Explosionen und Maschinengewehre zu hören. Die Männer beachten die Geräuschkulisse nicht. Das sei nicht schlimm, sagen sie. „Schlimm ist, wenn die Einheimischen zu den Terroristen überlaufen. Sie geben Informationen an sie weiter und dann: Messer in den Rücken. Das ist wirklich schlimm“, so Basil.

    Plötzlich ein Funkspruch: Ein Mann muss festgenommen und verhört werden. Die Koordinaten werden übermittelt. Es gibt Informationen, dass die Terroristen sich als Zivilisten verkleiden, um über die Frontlinie zu kommen. Jeden Tage würden sich die Terroristen außerdem unter den Einheimischen zu verstecken versuchen, um unbemerkt in die von der syrischen Armee kontrollierten Gebiete zu gelangen.

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    „Ich liebe meine Heimat. Ich will nicht, dass die Zerstörung weitergeht. Ich will das Land von den Terroristen befreien, damit es Frieden gibt und alle nach Hause zurückkönnen“, sagt Abu Abdulla. Die Terroristen haben seinen 17-jährigen Sohn getötet, weil Abu sich geweigert habe, den Terrormilizen beizutreten.

    Khalid aus der syrischen Provinz ar-Raqqa hat sich der syrischen Armee angeschlossen, gleich nachdem er vom Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) geflohen war: „Meine Familie lebt in dem Gebiet, das von den Terroristen kontrolliert wird. Ich bin gleich zur syrischen Armee, nachdem ich da ausgebrochen war. Die Terroristen wollen uns einschüchtern, mit Hinrichtungen und Folter. Aber unser Wille ist stärker. Wir werden siegen!“, so der junge Syrer.

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    Terrormiliz Daesh, Syrien, Aleppo
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