03:30 20 September 2018
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    Malta verbietet Schwulen-Therapie

    © AFP 2018 / Fred Dufor
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    Der Inselstaat Malta ist das erste EU-Mitgliedsland, das die Verordnung von Schwulen-Therapien unter Strafe gestellt hat, berichtet die Zeitung „The Independent“.

    Das Parlament des Landes hat laut der Zeitung das entsprechende Gesetz einstimmig verabschiedet. Wie auch immer jemand seine sexuelle Orientierung zum Ausdruck bringe: Eine Störung, eine Erkrankung oder ein anderweitiges Manko sei dieser Ausdruck jedenfalls nicht, heißt es im Gesetzestext.

    Die Auffassung, dass Homosexualität heilbar sei, gelte auf Malta von nun an als „schädlich und irreführend“. Deshalb werde schon der Versuch, einen Menschen zur Änderung seiner Geschlechtsorientierung zu nötigen, strafrechtlich verfolgt. Jedem Therapeuten, der eine Reparativtherapie beginne, drohen bis zu 8.500 Euro Geldstrafe und ein Jahr Freiheitsentzug, wie „The Independent“ schreibt.

    Die Reparativtherapie gründe auf der Annahme, dass Homosexualität eine Folge kindlicher Traumata sei. Nach Klärung der tiefsitzenden Ursachen könne demnach ein Wandel in der sexuellen Orientierung vorgenommen werden. Kritiker dieses Ansatzes werfen Reparativtherapeuten indes vor, ihr Ansatz sei nicht wissenschaftlich, weil Homosexualität keine Krankheit sei und deshalb nicht geheilt werden müsse. Einige Schwule, die sich einer derartigen Behandlung unterzogen hätten, berichten laut Zeitung von Aggressionen, Schuldgefühlen und Ängsten, die infolge der Therapie in ihnen hochkamen.

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    Tags:
    Homosexualität, Schwulen, Malta