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08:25 24 Juli 2019
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    Muslimische Frauen mit Kopftüchern

    Wahrnehmung vs. Realität: Wie viele Muslime gibt es in Deutschland wirklich

    © Sputnik / Natalia Seliverstova
    Gesellschaft
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    Die Deutschen empfinden laut einer Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts Ipsos den Anteil der Muslime in ihrem Lande als viel höher, als es die offizielle Statistik zeigt. Mit dieser Fehlschätzung stehen die Deutschen allerdings nicht allein da.

    Die Studie „Gefahren der Wahrnehmung“ wurde weltweit in 40 Ländern durchgeführt. Fast alle Länder überschätzten demnach den Anteil der Muslime an der jeweiligen Gesamtbevölkerung, viele lagen dabei sogar sehr weit daneben. 

    So erwarteten beispielsweise die Deutschen viermal mehr Muslime im Lande, als es tatsächlich der Fall ist. Die Befragten schätzten den Anteil der Muslimen auf 21 Prozent, tatsächlich liegt er der Studie zufolge jedoch nur etwas über fünf Prozent.

    Am meisten überschätzten jedoch die Franzosen den Anteil der Muslime: Sie glaubten, knapp ein Drittel (31 Prozent) der Menschen im Lande sei muslimischen Glaubens. Tatsächlich sind es laut Ipsos jedoch gerade einmal 7,5 Prozent.
    Die Italiener gehen wiederum von 20 Prozent aus. Real sind dabei allerdings nur 3,7 Prozent.

    Zukunft mit Islam?

    Die Befragten wurden auch nach ihren Zukunftsprognosen gefragt. In Deutschland erwarteten die Studienteilnehmer beispielsweise, dass der Anteil der Muslime 2020 bereits bei 31 Prozent liegen werde. Tatsächlich werde diese Zahl aber 6,9 Prozent betragen, hieß es. 

    Die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime ist seit 2011 um etwa 1,2 Millionen gestiegen, wie Die Welt unter Berufung auf eine aktuelle Hochrechnung des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schreibt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums lebten zum Stichtag am 31. Dezember 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime in Deutschland. Damit lag der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung zu Jahresbeginn zwischen 5,4 und 5,7 Prozent.

    Die Zahl der Muslime mit türkischen Wurzeln sei derweil deutlich gesunken – von 68 auf 51 Prozent seit 2008 bis Ende 2015. Muslime aus dem Nahen Osten machen der BAMF-Studie zufolge mit 17 Prozent inzwischen die zweitgrößte Herkunftsgruppe aus.

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    Tags:
    Umfrage, einschätzen, Bevölkerung, Muslime, Meinungsforschungsinstitut IPSOS, Frankreich, Europa, Deutschland