SNA Radio
    Junge in Aleppo

    Treue oder Tod: Kinder von Aleppo schildern den Horror - FOTOs

    © Sputnik / Nour Melhem
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Lage in Syrien (2017) (493)
    4983

    Über Aleppo scheint die Sonne, draußen wird es wärmer als in den halbzerstörten Häusern. Noch sind die Schulen geschlossen, und so verbringen die Kinder der Stadt ihre Zeit im Freien. Ein Sputnik-Korrespondent hat mit ihnen gesprochen – über ihre Sorgen und Nöte, aber auch über ihre Hoffnungen.

    „Ich will, dass die Qualen endlich ein Ende haben“, sagt die 15-jährige Fatima. Sie wohnt in ash Shiar, einem zuvor von Terroristen kontrollierten Stadtteil. Früher ging sie zur Schule und malte sich mit ihren Freundinnen die Zukunft aus. Doch als die Terroristen kamen, wurde die Schule zu Schutt und Asche – und mit ihr auch die Träume. All die Besatzungsjahre waren Hunger und Not ihre treuen Begleiter, an Lebensmitteln und Medikamenten mangelte es ständig. Jeden noch so zaghaften Protest bestraften die terroristischen Besatzer erbarmungslos, ganz nach deren Motto: „Treue oder Tod“. Fatima wurde mehrfach gefoltert.

    Fatima
    © Sputnik / Nour Melhem
    Fatima

    Mahmud, ein schwächlicher Junge mit eingefallenen Wangen, sucht zusammen mit seinen Brüdern Arbeit. Ihr Vater ist arbeitsunfähig, und ein Brot kostet ganze vier Dollar, eine Gasflasche 110 Dollar. Die Jungs sind über jeden Job froh: Steinbruch, Bäckerei, Schuhfabrik – Hauptsache, es wird bezahlt. Natürlich besteht das Risiko, dass sie ausgebeutet werden. Aber sie haben keine Wahl, sie mussten schnell erwachsen werden.

    Mehr zum Thema: Wieso syrische Kinder „leichte Beute“ für den IS sind

    Mahmud
    © Sputnik / Nour Melhem
    Mahmud

    Abd war noch keine sechs, als er mitansehen musste, wie sein Vater ermordet wurde. „Ich will endlich stark und erwachsen werden. Dann verhafte ich alle Terroristen, die einfach so Menschen getötet haben. Sie haben meinen Vater ermordet, weil er sich geweigert hatte, gegen die syrische Armee zu kämpfen“, sagt der junge Syrer.

    Kindheitsträume im kriegsgeplagten Syrien: Gehen sie in Erfüllung? VIDEO

    Abd
    © Sputnik / Nour Melhem
    Abd

    Der zehnjährige Fuab sagt, er habe Dinge gesehen, die man nicht mal in Horrorfilmen zeigt. Die Terroristen verboten den Schulunterricht und richteten in der Schule ihren Einsatzstab ein. „Sie sagten, Bildung ist nichts wert, und wollten uns anwerben, um Syrien zu befreien“, sagt Fuab. „Befreien? Dass ich nicht lache! Die Terroristen verboten den Menschen, aus den Häusern zu gehen, viele verhungerten“, so der Junge.

    Kinder aus Aleppo
    © Sputnik / Nour Melhem
    Kinder aus Aleppo

    Der elfjährige Yushia schweift den ganzen Tag mit seinem Kater im Viertel umher. Sein Vater wurde von einer Bombe getötet, er lebt mit seiner Mutter und mehreren anderen Familien in einem halbzerstörten Haus. „Ich will, dass der Krieg zu Ende geht und das Leben sich beruhigt. Ich träume davon, in unser altes Haus zurückzukommen, in einem warmen Bett zu schlafen, mit nicht mehr mit den Jungs zu streiten, mich für unsere jetzige Wohnung nicht mehr schämen zu müssen“, sagt er.

    Yushia
    © Sputnik / Nour Melhem
    Yushia

    Aisha, zwölf Jahre, lebt im selben Haus. Doch ihrer Wohnung schämt sie sich nicht. Es ist das Kleid und die Schuhe, die ihr zu schaffen machen: „Meine Mutti hat mir aus einer Decke ein Kleid genäht, die wir beim Roten Halbmond bekommen haben. Es ist mir peinlich, das zu tragen. Ich träume von einem bunten Kleid und schönen Schuhen.“

    Aisha
    © Sputnik / Nour Melhem
    Aisha

    Die gleichaltrige Yasmin wollte Ärztin oder Ingenieurin werden. „Mir ist klar, dass das jetzt nicht geht. Aber ich werde alles tun, um mein Glück zu erreichen“, sagt die Zwölfjährige.

    Yasmin
    © Sputnik / Nour Melhem
    Yasmin

    Basma ist fast 14. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren Brüdern zusammen. Ihr Vater starb im Krieg. Ihre Mutter hat es sehr schwer, die Familie zu ernähren. „Ich wünsche mir nur, dass es keinen Schnee gibt und wir nicht frieren. Und dass meine Mama weniger weint“, sagt sie

    Basma
    © Sputnik / Nour Melhem
    Basma

    Bei all dem, was die Kinder von Aleppo durchmachen mussten, erfüllt sie eines mit großer Freude: Dass die Terroristen vertrieben wurden, sie aber geblieben sind.

    Mädchen in Aleppo
    © Sputnik / Nour Melhem
    Mädchen in Aleppo
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Lage in Syrien (2017) (493)

    Zum Thema:

    Syrien: Soldaten verabschieden sich vom eigenen Traum zugunsten des Traums des Volkes
    Syrien: US-unterstützte “gemäßigte Rebellen” köpfen Kind – USA unter Druck
    Kindheitsträume im kriegsgeplagten Syrien: Gehen sie in Erfüllung? VIDEO
    Tags:
    Kinder, Aleppo, Syrien