20:18 07 April 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    3228
    Abonnieren

    "Ist Luisa da?" - Mit dieser Frage können jetzt Frauen in Münster Hilfe holen, wenn sie in einer Kneipe bedrängt oder sexuell belästigt werden. Die Aktion des Frauennotrufs Münster startet zu Silvester und soll den Opfern helfen, sich schnell und diskret aus einer Bedrohungssituation zurückzuziehen.

    Die Idee kommt aus England und wurde nun vom Frauennotruf Münster übernommen, um mehr Sicherheit für Frauen und Mädchen in Kneipen und Clubs herzustellen.

    „Wir wissen aus unserer Beratung, dass Frauen beim Feiern oder vielleicht beim ersten Date immer wieder in unsichere Situationen kommen, wo sie sich unwohl fühlen oder bedroht werden und wo sie einfach nicht wissen, wie sie sich dem entziehen können. Da setzt die Aktion „Luisa ist hier“ auch an“, erklärt die Leiterin des Frauennotrufs Gerlinde Gröger. „ Sie unterstützt Frauen und Mädchen darin, unauffällig und schnell von Mitarbeitern von Kneipen und Clubs Hilfe zu bekommen. Die Frage „Ist Luisa hier?“ fungiert dabei als Code, damit das Personal unmittelbar weiß, dass diese Frau jetzt Hilfe benötigt, ohne dass sie die Situation weiter erklären muss.“

    Oft sei die Hemmschwelle groß, offen zu sagen man werde belästigt. Der neutrale Satz „Ist Luisa hier?“ stelle hingegen auf diskrete Weise klar, dass die Betroffene Hilfe benötigt.

    „Ist Luisa da?“
    © Foto :
    „Ist Luisa da?“

    Die Kneipenbetreiber und Mitarbeiter werden vom Frauennotruf entsprechend geschult und bekommen einen Leitfaden an die Hand, wie sie in solchen Situationen reagieren sollen. 

    „Zunächst ist es für die Mitarbeiter wichtig zu wissen: Ab jetzt bin ich für diese Frau da und helfe ihr. Es wäre auch gut, erstmal eine Rückzugsmöglichkeit aufzusuchen, damit besprochen werden kann, was für die Frau in dieser Situation wichtig ist. Es geht darum, dass die Frau diskret und ohne großes Aufhebens den Ort verlassen möchte. Es wird geschaut, was nötig ist. Geht es nur darum, ein Taxi zu rufen, ist es nötig, eine Vertrauensperson einzuschalten, muss vielleicht die Tasche geholt werden oder die Jacke, das Handy? Wir sagen den Mitarbeitern vor Ort, dass sie das mit der Frau besprechen.“

    Die Resonanz in Münsters Kneipen und Clubs sei sehr positiv, so Gröger im Gespräch mit Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer. 29 Betreiber hätten bereits zugesagt, das Konzept anzuwenden. Die Aktion „Luisa ist hier“ wird derzeit mit Plakaten und Flyern in Münster beworben. Dennoch sei zu Silvester mit Übergriffen zu rechnen.

     „Es ist immer so, dass bei Großveranstaltungen die Gefahr von Belästigungen steigt und wir gehen davon aus, dass auch zu Silvester Belästigungen stattfinden werden. Mit dem letzten Jahr ist aber das Sicherheitsgefühl sehr verletzt worden und es geht uns daher auch darum, dieses Sicherheitsgefühl wieder aufzubauen und Menschen darauf hinzuweisen, füreinander da zu sein und Hilfe zu leisten, wo Frauen und Mädchen eben Unterstützung brauchen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Corona-Krise: Warum will das Robert-Koch-Institut nicht von den Toten lernen?
    Corona-Krise: Wird reale Entwicklung falsch dargestellt und absichtlich dramatisiert?
    Putin: „Wir sind jetzt alle Virologen geworden“
    Unter dem Corona-Deckmantel: GroKo lässt Frist für Wahlrechtsreform verstreichen
    Tags:
    Deutschland, Münster