09:23 18 September 2020
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    Die Cambridge-Professorin Wendy Ayres-Bennett ruft die Briten dazu auf, mehr Fremdsprachen zu lernen, wie „The Daily Mail“ berichtet. Doch statt Sprachen ihrer europäischen Nachbarn meint sie damit beispielsweise Urdu oder Punjabi – damit die Integration von Minderheiten in England endlich besser klappt.

    Immigranten müssten natürlich Englisch lernen, schickt die Professorin vorweg. Aber Integration sei keine Einbahnstraße: „Als Nation übersehen wir oft die Notwendigkeit, eine andere Sprache zu lernen. Wir meinen, das wäre schwer und nur den intellektuellen Eliten vorbehalten“, kritisiert die Französisch-Professorin. 

    Sie wünsche sich mehr Gelegenheiten für die Briten, eine der Minderheitensprachen Großbritanniens zu lernen – Polnisch, Punjabi oder Urdu zum Beispiel. Besonders in jenen Gegenden der britischen Großstädte, wo es viele Vertreter dieser Volksgruppen gebe, wäre das ein Zeichen wechselseitigen Bemühens, die Sprache und die Kultur des anderen zu verstehen. „Grundkenntnisse wären schon von Vorteil – ob im Unterricht oder durch Engagement in gemeinsamen Projekten erworben“, betont Ayres-Bennett.

    Die Professorin richtet ihren Appell an die britische Öffentlichkeit, nachdem eine Abgeordnetengruppe des britischen Parlaments einen Integrationsbericht veröffentlicht hat. Demnach besteht in Großbritannien die dringende Notwendigkeit, Gemeinschaften zu erreichen, die  statt Englisch überwiegend eine andere Sprache sprechen.

    Die Sprache sei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unabdingbar, betont die Professorin. Anderenfalls würden Immigranten Parallelgesellschaften bilden, mit „exklusiven sozialen Netzwerken und alternativen Arbeitsmärkten“.

    Und zugleich mache die Sprache für viele Menschen den Kern ihrer Identität aus. Das müsse man respektieren und auch zelebrieren: „Wir müssen Englisch als eine Bereicherung für die multikulturelle Identität von Migranten begreifen, statt sie dazu zu zwingen, ihre eigene Sprache und Kultur zu unterdrücken“, schließt die Professorin.

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    Tags:
    Migranten, Großbritannien