05:13 24 August 2017
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    Am Anfang war das Fake – Comedian zu Alternative Facts

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    Es ist ja schon recht unübersichtlich geworden mit den Fake News in letzter Zeit. Nun hat das Weiße Haus eins draufgesetzt und die Wortprägung "Alternative Facts" in den Raum gestellt – und eine mediale Lachorgie ausgelöst.

    Als hätte man mit Fake News nicht genug zu  klären. Was sie sind, wie man gegen sie vorzugehen hat und wer das kontrollieren soll, sind die großen Fragen, die rund um Fake News derzeit aufgerollt werden. Und während man noch den juristisch fragwürdigen Begriff verdaut, kommt aus dem Weißen Haus ein neuer Begriff angesegelt, der freilich nicht so ernst genommen werden kann und deshalb auch nicht ernst genommen wird: Alternative Facts.

    Ursprünglich als Verteidigung einer Gegendarstellung zu einer angeblichen medialen Verfälschung der Zuschauerzahlen bei der Inauguration Donald Trumps gedacht, hat das Thema Alternative Facts ein humoristisches Eigenleben entwickelt, von dem die Internetgemeinde auch fleißig Gebrauch macht. Und was ist besser bei einem Thema, das nicht ernst genommen werden kann, als mit einem Comedian darüber zu reden. Genau das hat Sputnik in einem Interview mit Standup-Comedian Khalid Bounouar getan.

    Auf die Frage, ob es in Sachen Zuschauerzahl eine Wahrheit geben kann, antwortet Bounouar: „Gibt's hier ne Wahrheit? Natürlich muss es eine Wahrheit geben. Wie man die herausfindet,  ist dann eine wissenschaftliche Angelegenheit. Wenn wir jetzt ganz klare Videoaufnahmen haben von dieser Veranstaltung und sehen, da sind sehr wenig Leute gewesen.“ Dann wird er sich zunehmend unsicher: „Aber die behaupten dann ja wieder: Nee, das war dann zu früher Stunde aufgezeichnet worden – es ist schon sehr verwirrend, ich komm grad selber durcheinander.“

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    Ob man, statt Fake News zu produzieren, gleich mit Alternative Facts anfangen könnte? Immerhin klingt der Begriff ja freundlicher. „Wenn man mit Alternative Facts anfängt, dann ist es ja ein Fake. Ein Alternative Fact müsste ja eine Alternative zu diesen Fake News sein“, antwortet der Comedian bestimmt.

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    Wenn er selbst zwischen einer Produktion von Fake News und  Gerüchten entscheiden müsste, wäre seine Wahl ganz klar: „Gerüchte. Fake News. Gerüchte verbreiten ist schon witziger und gucken, wie die Leute drauf reagieren. Im Endeffekt kannst du ja alles sagen. Und es gibt immer ein paar, die sagen: Okay, das eine stimmt, die Fake News stimmen. Und dann gibt es auch immer welche, die Alternative Facts rausbringen. Und dann hast du dieses Hin und Her und niemand weiß wirklich, was denn los ist. Und das einfach nur, weil du ein Gerücht in die Welt gesetzt hast“, so Bounouar

     

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    Tags:
    Fake-News, Deutsche Bahn, Sascha Lobo
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