04:30 11 August 2020
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    Hauptsache Optimismus: Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich trotz der Zuwanderung „sicher“ oder sogar „sehr sicher“, berichteten am Montag deutsche Medien unter Berufung auf eine aktuelle NDR-Umfrage zum Sicherheitsgefühl in Deutschland. Wer aber etwas genauer liest, stellt fest – sicher und angstfrei fühlen sie sich bei Weitem nicht.

    Die im Auftrag des NDR-Politikmagazins „Panorama“ durchgeführte Umfrage von Infratest Dimap ergab, dass 75 Prozent der Deutschen sich auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder in Verkehrsmitteln „sicher“ und sogar „sehr sicher“ fühlen würden. „Klare Mehrheit der Deutschen fühlt sich sicher“, so etwa klangen die Titel der gestrigen Artikel. Laut dem FAZ-Journalist Michael Hanfeld sei dieser beruhigende Ton jedoch trügerisch:

    „Was nicht ins Bild passt, wird passend gemacht. Was passt nicht ins Bild? Dass 27 Prozent der Frauen bei einer Befragung des Instituts Infratest Dimap sagen, sie fühlten sich in der Öffentlichkeit ‚eher unsicher‘ oder sogar ‚sehr unsicher‘“, so Hanfeld.

    Der Journalist verweist auf weitere Zahlen in der Umfrage, wonach jede dritte Frau (34 Prozent) nämlich angegeben hat, sich seit 2015 infolge der Flüchtlingskrise zunehmend unsicher zu fühlen und deshalb öffentliche Verkehrsmittel zu meiden.

    Zudem ergab die Studie, dass 62 Prozent aller befragten Frauen abends bestimmte Straßen, Parks oder Plätze vermeiden würden, wobei 36 Prozent eigenen Angaben zufolge dies seit zwei Jahren häufiger tun würden. 13 Prozent der Frauen räumten außerdem ein, Reizgas in der Tasche zu tragen – 65 Prozent dieser würden das häufiger tun, als noch vor zwei Jahren. 47 Prozent aller befragten Männer und Frauen gaben an, dass sie bestimmte Gruppen als Bedrohung empfinden würden, wobei 32 Prozent direkt Ausländer oder Flüchtlinge als Gruppe angaben.

    Dass dies nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigt dem „Panorama“ –Magazin der Experte vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen Dr. Dominic Kudlacek. Die polizeilichen Kriminalstatistiken würden in den letzten Jahren nämlich eine steigende Zahl nicht-deutscher Tatverdächtiger aufweisen, so Kudlacek.

    Dieser Anstieg der erfassten Taten sei dabei vor allem dem mit der Flüchtlingskrise zusammenhängendem Bevölkerungszuwachs zuzuschreiben. Es falle auch auf, dass ganz bestimmte Gruppen wie Zuwanderer aus Nordafrika bei bestimmten Straftaten wie Rohheitsdelikten, Diebstahl oder Sexualstraftaten überproportional auffällig seien.

    Für den Kriminologen sei dies jedoch nicht „überraschend“, weil sich die Gruppe der Zuwanderer „demographisch anders“ zusammensetze als die deutsche Gesamtbevölkerung, wobei viele männliche Schutzsuchende „selber Gewalt erlebt haben und perspektivlos“ seien.

    Laut Hanfeld würden solche relativierenden Erklärungen jedoch wohl kaum etwas bringen: „Ändert das irgendetwas an dem Faktum, das Frauen bewegt, den öffentlichen Raum zu meiden und von dem man den Eindruck hat, dass es gerade die Regierung im besonders von Straßen-Kriminalität betroffenen Nordrhein-Westfalen kleinzureden sucht, was seit den Übergriffen zu Silvester in Köln und der Fahndungsgeschichte des Berlin-Attentäters Anis Amri sehr augenfällig wird?“, so der Journalist.

    Ganz zu schweigen sei zudem „von den ideologischen Versuchen, dies zu einer Rassismus-Debatte zu machen, wie es zuletzt die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter unternahm“.

    Zuvor hatten mehrere Politiker die Polizei dafür gerügt, bei ihren Einsetzen in der Silvesternacht sogenanntes „Racial Profiling“ zu betreiben. So stellte die Grünen-Parteichefin Simone Peter die Rechtmäßigkeit des Polizeigroßaufgebotes in der Neujahrsnacht infrage und kritisierte die gezielte Überprüfung nordafrikanischer Männer durch die Beamten scharf. Die innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Ulla Jelpke, warf der Bundesregierung vor, der Bundespolizei weiterhin zu erlauben, Reisende auch aufgrund ihrer Hautfarbe zu kontrollieren.

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