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11:02 21 August 2019
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    Handy-App zeigt wirkliche Inhaltsstoffe an

    Biogemüse mit Pestiziden belastet? Diese Handy-App zeigt wirkliche Inhaltsstoffe an

    © Foto : Fraunhofer IFF
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    Das nackte Gemüse einfach mit dem Handy auf Pestizide prüfen? Mit der HawkSpex-App des Fraunhofer-Instituts soll das Wirklichkeit werden.

    Oft steht zwar Bio drauf, es sind aber doch Pestizide dran. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein. Wenn das Feld des Biobauern in Nachbarschaft zum Feld eines Bauern liegt, der Pestizide sprüht, kann der Wind die Pestizide auch auf das Biogemüse übertragen. Oder man hält sich einfach nicht an die Vorgaben.

    Wie das im Einzelnen auch sein mag – bisher musste man dem Label glauben. Mit der Handy-App HawkSpex ändert sich das, denn dann kann der Verbraucher mit dem Handy selbst die Inhaltsstoffe herausfinden. In einem Sputnik-Interview erklärt Dr. Andreas Backhaus, Ingenieur von Biosystemen am Fraunhofer-Institut, die Funktionsweise der App.

    Die Handhabung könnte leichter nicht sein. Man installiert die App und leuchtet mit dem Handy-Bildschirm zum Beispiel einen Apfel an. Das zurückgeworfene Licht von der Frontkamera aufgezeichnet und dann analysiert. „Damit erzeugen wir sozusagen einen spektralen Fingerabdruck des Objekts, an dem man zum Beispiel Inhaltsstoffe ablesen kann“, erklärt Backhaus in einem Sputnik-Interview. „Das sollte grundsätzlich mit jedem Handy gehen. Es gibt allerdings bisher noch ein paar technische Einschränkungen, weil Sie nicht immer die Parameter der Kamera einstellen können.“

    Was man auf eine solche Weise untersuchen kann? „Es geht vor allem um Produkte, wo man die Eigenschaften der Produkte vor allem im visuellen Bereich des Lichtes sehen kann“, sagt Backhaus. „Es sind nicht alle Stoffe im Visuellen zu messen, weil einige erst im Infrarot oder UV wirksam sind. Und wir messen indirekt: Wir messen nicht das Pestizidmolekül direkt mit dieser Messung, sondern wir messen die Reaktion des Organismus der Pflanze auf dieses Pestizid oder die Reaktion der Pflanze auf eine bestimmte Versorgung mit Stickstoff oder Nährstoffen zum Beispiel.“ Auch könne man natürlich nur die Eigenschaften der Oberfläche messen und nicht des Inneren, sofern der Gegenstand nicht lichtdurchlässig ist.

    Das Thema Datenschutz sei noch Verhandlungsbasis. Eine Anonymisierung bei Gemüse sei aber wohl nicht erforderlich. „Höchstens interessant wäre die Geolokation“, fügt Backhaus hinzu,  „dass wir also wissen, aus welchen Ländern diese Daten kommen.“ Wenn man das nämlich wüsste, könnte man auch Rückschlüsse ziehen auf die regional angebotenen Produkte.

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    Tags:
    Pestizide, App, Handy, Andreas Backhaus