12:27 23 April 2019
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    Satire: Martin Schulz reitet auf dem Brandenburger Tor

    „Schulz will mit seinen Wählern flirten“ – Datingcoach Wenzel von der FlirtUniversity

    © Foto : reddit/the_schulz
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    Wenn man jemand Neues kennenlernt, sollte man einmal das Thema Martin Schulz besprochen haben – das behauptet Datingcoach Horst Wenzel von der FlirtUniversity in Köln. Das scheint auch Schulz so zu sehen, immerhin hat er persönlich die FlirtUniversity besucht.

    In seinen Reden betont Kanzlerkandidat Martin Schulz immer wieder das Gefühl, die Inhalte kommen erst jetzt und – nach Ansicht vieler – etwas zögerlich. Es ist nur folgerichtig, dass Schulz auch einmal dorthin geht, wo das Gefühl an erster Stelle steht: die Kölner FlirtUniversity.

    Aber was verbindet die FlirtUniversity und Martin Schulz? „Ich glaube auf jeden Fall, dass Martin Schulz mit seinen Wählern auch ein bisschen flirten will“, meint Datingcoach Horst Wenzel von der FlirtUniversity. „Er ist ein sehr gefühlsbetonter Mensch. Gerade wenn man jemanden kennenlernt, geht es vielmehr um die Gefühle als vielleicht logische Fakten. Ich glaube, da kann Martin Schulz auch punkten. Wir hatten übrigens das Gefühl, dass er auch insgesamt als Persönlichkeit sehr flirty ist und nicht nur selbst sehr gefühlsbetont ist, sondern er schafft es auch die Gefühle der Menschen anzusprechen.“

    Und weil Schulz so ein Gefühlsmagnet ist, empfiehlt der Coach diesen auch unter seinen 370 Gesprächsthemen als ein Thema für das erste Date. Nach dem Schema: Wenn die Politik beginnt zu flirten, warum sollte dann nicht auch der Flirt ein bisschen politisch werden? „Es ist ein altbekannter Tipp, dass man nicht über Politik oder Religion bei einem Date sprechen soll“, erklärt Wenzel. „Ich als Datingcoach sehe das anders. Natürlich kann man auch über Politik oder über Religion reden. Wir empfehlen zum Beispiel das Thema Martin Schulz vs. Donald Trump, weil es gerade so eine bewegende Thematik ist, die so essentiell ist. Martin Schulz ist jemand, der einem Donald Trump wirklich die Stirn bieten kann als gestandener Europäer. Ich könnte mir zum Beispiel nicht vorstellen, wie jemand, der sich zur breiten Masse der Gesellschaft bekennt, eine Liebesbeziehung führen könnte mit jemand Populistischem, der der AfD hinterherläuft. Ich glaube, dass Werte wichtig sind für Beziehungen. Jetzt kann man sagen: Man kann das Thema beim ersten Date ja vermeiden und sich trotzdem kennenlernen. Aber dann poppt das irgendwann in der Beziehung oder nach Jahren der Ehe auf und sorgt dann für Zoff. Deswegen ist es besser, da direkt Klarheit zu haben. Deswegen sage ich offiziell: Man darf heutzutage, 2017, auch bei Dates über Politik reden.“

    Aber Achtung! Wie immer, gilt auch hier: Man muss den richtigen Ton treffen. „Was wichtig ist, wenn man auf einem Date das Thema Politik anschneidet, das ist, was für ein Gefühl dabei entsteht. Wenn man in den Modus kommt, dass beide schimpfen, das kann beide vielleicht verbinden. Aber man sollte immer schauen, dass man sich da nicht festbeißt und ein ganz negatives Gefühl stehen lässt, sondern dass man auf eine gemeinsame Schiene kommt. Martin Schulz ist zum Beispiel jemand, der auch begeistern kann. Und wenn man jetzt selbst von einem Thema begeistert spricht, dann kann man natürlich auch andere damit begeistern.“

    Das Thema Schulz vs. Trump ist mit dem zweiten Platz im Katalog sehr prominent bei der FlirtUniversity platziert. Übertroffen wird es nur noch vom Thema Haustiere. Andere politische oder religiöse Themen sind nicht Teil der Liste und so schwebt Schulz vs. Trump wie ein kleines Datingparadoxon im Raum. Grundsätzlich, so Wenzel, kann man aber wirklich über jedes Thema bei einem Date reden – sei es nun der Islamische Staat oder der Lieblingsphilosoph. Wichtig ist nur, dass man einander in lockerem Ton Geschichten erzähle und nicht in Diskussionen gerate, in denen man versucht den anderen zu überzeugen. Also irgendwie schon wie Martin Schulz

    Nach dem Flirtfaktor anderer Politiker befragt, teilt Wenzel mit, dass Gregor Gysi ebenfalls sehr flirty sei, über lebendige Mimik verfüge und durch ein Spiel mit der Stimme sowie Empathie überzeuge. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen sei zurückhaltender, auf Distanz bedacht und wenig emotional. Horst Seehofer beschreibt er als jemanden, der negative Emotionen triggert und Angst schürt – also nicht gerade jemand für ein Candlelight-Dinner. An Gabriel bemängelt er, dass er keine lebendige Mimik hat und dem Gegenüber nicht zuhört und es nicht ausreden lässt. Und Frauke Petry rede zwar in Bildern, was zunächst einmal gut sei, schüre mit diesen aber Ängste und verfüge über keine lebendige Mimik. In anderen Worten: Niemand kommt an den Politromantiker Schulz ran. Kein Wunder also, dass er zwar bei der FlirtUniversity zu Besuch war, aber keinen Kurs in Anspruch nehmen musste.

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    Tags:
    FlirtUniversity, Martin Schulz