21:10 24 April 2017
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    Marine Le Pen

    Journalist: Le Pen ist Vorbild für Feministinnen

    © REUTERS/ Charles Platiau
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    Als absolut richtig hat der Regisseur und TV-Journalist Imad Karim die Weigerung der Front-National-Chefin Marine Le Pen bezeichnet, bei ihrem Besuch des libanesischen Großmuftis ein Kopftuch zu tragen. Das Büro des Geistlichen sprach von "unangemessenem Verhalten". Der Filmemacher fordert weniger falschverstandene Toleranz dem Islam gegenüber.

    "Ich halte diese Entscheidung für sehr richtig. Frau Le Pen muss kein Kopftuch tragen. Es ist ganz normal, dass eine aufgeklärte Frau aus einem aufgeklärten Kulturkreis ihren Prinzipien treu bleibt", so Karim im Sputnik-Interview. Feministinnen könnten von der Französin lernen.

    Das schwedische Kabinett bezeichnet sich selbst als "feministische Regierung". Trotzdem trug die Schwedische Delegation unter Handelsministerin Ann Linde im Iran Kopftuch. Der im Libanon geborene Filmautor Karim bezeichnet dies als Verrat am Feminismus. Er betont:

    "Die schwedischen Politikerinnen verraten den Feminismus. Das passiert leider unter dem Deckmantel der Politkorrektheit. Wir geben hier die Werte der Aufklärung auf und somit auch der Freiheit. Die Politikerinnen, die nach Iran geflogen sind, hätten das ablehnen sollen. Jede Geste dieses Kulturkreises gegenüber einem islamischen Regime ist im Grunde ein Verzicht, denn es geht darum, Macht zu zeigen."

    Das geplante bayerische Vollverschleierungsgesetz findet der Träger des Prix Iris Niederlande als das Mindeste was der Westen tun sollte. Es sei selbstverständlich, dass das Tragen von religiösen Symbolen in einer aufgeklärten Gesellschaft keinen Platz haben sollte.
    Der Islam habe aufgrund seiner dialektischen Entwicklung noch nicht begriffen, dass er als Glauben oder Religion nicht auf andere hegemonial wirken sollte. Das werde allerdings noch ein paar Jahrhunderte dauern. Für Karim gehe es darum, dass man nicht gegenüber jemandem tolerant sein sollte, der in keinster Weise Toleranz gegen Andersdenkenden zeige oder bereit sei zu zeigen. Er erklärt:

    „In welchem islamischen Land dürfen sie individuell ihre Freiheiten zeigen oder ausleben? Welcher islamische Staat hat zum Beispiel die Menschenrechtskonvention anerkannt? Wovon reden wir? Es ist eine konstruierte Welt, der wir begegnen sollten. Und das wird nicht funktionieren, wenn wir nicht umdenken. Wie viele Jahrhunderte mussten Ihre Vorfahren diese Werte erkämpfen, die garantieren, dass wir auf Augenhöhe sprechen können. Wäre man damals gegenüber dem Klerus so nachsichtig wie heute gegenüber dem Islam gewesen, hätten wir nie in den Genuss dieser Werte kommen können. Warum verstehen die Menschen das nicht?"

    Interview: Bolle Selke

     

     

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    Marine Le Pen, Libanon, Frankreich
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