19:12 29 März 2017
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    Homosexuelle (Symbolbild)

    Italienische Regierungsbehörde bezahlt homosexuelle Orgien

    © REUTERS/ Noah Berger
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    Die Anti-Diskriminierungsbehörde Italiens Unar hat für die Bekämpfung von Homophobie bestimmtes Geld in private Schwulenklubs investiert. Dies berichtet der US-Portal „Daily Beast“ am Donnerstag. Es soll sich um mehrere Hunderttausend Euro gehandelt haben, die für den Kampf gegen sexuelle Diskriminierung vorgesehen waren.

    Laut Enthüllungen der italienischen Fernsehshow "Le Iene" über eine Zweckentfremdung von Regierungsgeldern ist Unar-Chef Francesco Spano in dieser Woche  zurückgetreten.

    Nachforschungen haben ergeben, dass 180.000 Euro italienische Steuergelder für Saunas und private Schwulenklubs in der Gegend von Rom ausgegeben wurden.

    Der Sendung zufolge gibt es drei Clubs in der Stadt, die insgesamt 55.560 Euro bekommen haben. Einem Undercover-Reporter wurden sexuelle Dienste, unter anderem auch eine Massage mit Oral-Sex-Option angeboten, welche extra bezahlt werden müsste. Die Kunden sind dabei gefilmt worden.

    Der neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump
    © AFP 2017/ Jewel Samad

    Andere Clubs haben sogenannte „schwarze Räume“ angeboten, in welchen Gruppensex stattfand. Dafür müsste man eine Mitgliedskarte haben, berichtet das Portal.

    Um „kulturelle Ereignisse“, welche in dem Klub stattfinden sollten, um die Finanzierung zu bekommen, nachzuweisen, habe man einige Male im Jahr „einen Ständer von einer Organisation gegen Aids aufgestellt“, sonst hätte man die Mittel nicht bekommen, betont ein Klubangestellter.

    Die Reporter haben Spano mit den Vorfällen vertraut gemacht, woraufhin er „einen Finanzierungsstop“ versprach, wenn sich die Informationen bestätigen sollten. Er trat jedoch aufgrund des Skandals zurück.

    Nach seinem Rücktritt erklärte Spano, dass er dies aufgrund  „der Achtung gegenüber der Arbeit der Agentur” getan habe, keinesfalls sei dies „ein Schuldeingeständnis“ gewesen. Auf die Frage, warum er auf der Mitgliederliste eines der Klubs stehe,  könne er keine Antwort geben. Auch zwei Wochen nach seinem Rücktritt befänden die Schwulenklubs sich noch im Register der zu fördernden Organisationen, fügt das Portal hinzu.

    Die Verbrauchergruppe “Codacons” forderte nach der Ausstrahlung der Sendung eine Untersuchung. In einer Mitteilung schrieb sie, dass „es schwer vorzustellen ist, dass ‚positive Aktionen‘ (gegen die Diskriminierung — Anm.d. Red.) Prostitution beinhalten können“, so das Portal.

    Einige haben die Schließung von Unar gefordert, andere haben betont, dass nicht alle der begünstigten Organisationen rechtswidrig gewesen seien. Das italienische Rote Kreuz, Unicef und UNHCR bezogen unter anderem auch Mittel von der Agentur.

    Spano verteidigte dem Portal zufolge vor Journalisten die Arbeit seiner Agentur und betonte, dass die Agentur die Bildung spezieller Unterstützungszentren „für die Opfer von homosexueller Gewalt“ vorsehe.

    Laut der Schwulenorganisation GayLib soll die Regierung die Informationen überprüfen. Dabei stehe der Ruf der italienischen Schwulenbewegung auf dem Spiel, betonte Daniele Priori, der Nationalsekretär der Organisation.

    Italien war das letzte Land Westeuropas, welches Gesetze über gleichgeschlechtliche Partnerschaft verabschiedete. Solche Paare können jedoch immer noch keine Kinder adoptieren. Ihre Ehe wird dabei auch nicht anerkannt.

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    Tags:
    Skandal, Enthüllungen, Homophobie, Homosexualität, Mittel, Missbrauch, Italien, Europa, Europäische Union
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    Alle Kommentare

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      James10
      Die Oral-Sex-Option würde auch Berlin gut tun. Dann wären Sie entspannter und weniger kriegsgeil.
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      At_Tiffany
      Wo ist der Aufreger?

      Wenn in einer ganz normalen Nachtbar für Heterosexuelle Männer eine Frau einem Gast sexuelle Dienste anbietet, ist das Prostitution, aber man macht nicht den Barbetreiber dafür verantwortlich.

      Natürlich war das Geld nicht dafür gedacht, solche Clubs und Saunen einzurichten, aber so sind die Interessenten wenigstens von der Strasse weg und erregen keinen Anstoss mehr.
    • Iswall65
      Langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen.
      Denn ich bin heterosexuell.
      Muss ich jetzt deshalb auch so ein Brimborium veranstalten, um mich in den Vordergrund zu spielen? Oder besser, gespielt zu werden?
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      palmakunkel
      Ja, die Minderheiten brauchen enorm viel Zuwendung, weil sie sich sonst so diskriminiert fühlen.
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      James10
      Wenn alles gefilmt wird, hat die Mafia ihre Finger im Spiel. In der Schweiz z.B ist die Mitgliedschaft alleine nicht strafbar. In der Schweiz,gibt es auch keine Mafia Prozesse. Nur das Geld wird Gewaschen und Geschmiert.
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      nebulus
      gib mir 4 jahre,europäisches volk und du wirst wieder gesunden
    • Ambuya
      "...für den Kampf gegen sexuelle Diskriminierung vorgesehen..."
      So kann man's natürlich auch nennen.
      Bei all dem Getue um die diversen Geschlechter, die heutzutage zum guten Ton gehören, fühle ich mich als heterosexuelle Frau inzwischen mehr diskriminiert, als jene es tatsächlich sind.
      Zustände wie im alten Rom.
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