03:00 07 Dezember 2019
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    Rettungsoperation im Mittelmeer

    Helfen Seeretter im Mittelmeer Schleppern? Frontex-Chef erhebt Vorwürfe

    © AFP 2019 / Aris Messinis
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    Fabrice Leggeri, Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex, greift auf dem Mittelmeer tätige NGOs an: Dadurch, dass sie Flüchtlinge in Seenot retten würden, würden die Organisationen das Geschäft der Schleuser befeuern. Michael Buschheuer, der Gründer von Sea-Eye, wehrt sich gegen die Vorwürfe.

    Im Interview mit der Zeitung die WELT sagte Leggeri, der französische Chef der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache:

    „Wir müssen verhindern, dass wir die Geschäfte der kriminellen Netzwerke und Schlepper in Libyen nicht noch dadurch unterstützen, dass die Migranten immer näher an der libyschen Küste von europäischen Schiffen aufgenommen werden. Das führt dazu, dass die Schleuser noch mehr Migranten als in den Jahren zuvor auf die seeuntüchtigen Boote zwingen, ohne genug Wasser und Treibstoff.“

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    Er fordere deshalb, das aktuelle Konzept der Rettungsmaßnahmen vor Libyen auf den Prüfstand stellen.

    Michael Buschheuer, der Gründer von Sea-Eye, hält diese Vorwürfe für völlig absurd. In einer Presserklärung wirft er der EU vor, Fake News über die Seenotretter zu verbreiten. Er betonte, dass selbst wenn die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Kalkül der Schlepper eine Rolle spielen würden, dies ohne deren Wollen, Wissen oder aktive Teilnahme geschehe. Die Haltung von Sea-Eye gegenüber Schleppern sei total klar und eindeutig: Sie sind Mörder! Er erklärt weiter:

    „Das Verhalten und die Vorhaltungen der „EU officials“ zeugen unseres Erachtens sowohl von der Ahnungslosigkeit dieser Stellen, als auch von deren Hilflosigkeit angesichts des Drucks durch die rechtspopulistischen Bewegungen in Europa: Libyen scheidet aus Gründen des Menschenrechts als sicheres Herkunftsland aus, Tunesien hat soeben erklärt, nicht als Auffanglager für Migranten zur Verfügung zu stehen.“

    Daher versuche man nur die NGOs zu diskreditieren. Diese hätten aber eine ausschließlich humanitäre Mission: Menschen darf man nicht ertrinken lassen. Die Antwort der EU auf die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer sehe anders aus: Flüchtlinge bekämpfen, Helfer diskreditieren. 

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