18:29 19 November 2018
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    Aus der Traum: Kein Pferde-Krematorium in Mecklenburg-Vorpommern

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    Die Baubehörde in Nordwestmecklenburg hat den Plänen für das Krematorium eine Absage erteilt. Ein Investor wollte auf dem Gelände des Schloss Neuhofs Pferde einäschern lassen. Es wäre bundesweit die erste Einrichtung dieser Art gewesen.

    „Wir mussten den Bauantrag leider ablehnen“, sagte Peter Hamouz, Fachdienstleiter für Bau und Umwelt gegenüber Sputnik. Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat gleich vier Gründe festgestellt, die gegen die Errichtung des Krematoriums sprechen. „Zum einen steht direkt neben dem geplanten Bau ein Denkmal – das Schloss Neuhof. Wenn wir direkt daneben einen 40 Meter langen Neubaugenehmigen, bekommen wir Probleme mit dem Denkmalamt“, erklärt der Behördensprecher. Auch aus Gründen des Naturschutzes und der Emission sieht Hamouz unüberbrückbare Probleme für die Baugenehmigung. „Das Krematorium liegt in einem Wald. Es müssten Bäume gefällt werden. Außerdem handelt es sich um ein Sondergebiet, das speziell für den Tourismus ausgewiesen wurde.“ Wenn es auf der anderen Seite viele ausgewiesene Industriegebiete gebe, könne man die Genehmigung nicht erteilen. Hamouz rät den Investoren, sich nach einem neuen Standort umzusehen.

    Zuvor hatte Herbert Pils, der Besitzer von Schloss Neuhof, Sputnik die Pläne für das Krematorium vorgestellt. Er wollte gemeinsam mit einem Investor einen 40 mal 15 Meter Bau errichten. Er versprach keine Auswirkungen für Umwelt und Anwohner: „Das Gebäude besteht zu einem Drittel aus Filtern – es ist nahezu emissionsfrei“, erklärte der Österreicher. Vier bis sieben Pferde in der Woche sollten nach Pils Plänen in dem Krematorium eingeäschert werden. Bei den Preisen wollte er sich an den Kosten in anderen Ländern orientieren. „In der Schweiz kostet die Einäscherung eines Pferdes 2.500 Schweizer Franken. Die Kosten für das komplette Krematorium bezifferte der Besitzer von Schloss Neuhof auf etwa zwei Millionen Euro. Pils ist sich sicher, das Krematorium hätte eine Erfolgsgeschichte werden können: „Deutschland ist ein Pferdeland. Es gibt viele Besitzer, die sich auf diese Weise von ihrem treuen Liebling verabschieden wollen.“ Ob er sich nach einem neuen Standort umschaut, ist nicht bekannt.   

    So hatte sich der Besitzer das Pferde-Krematorium vorgestellt: Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Pferdekrematorium, Pferde, Peter Hamouz, Herbert Pils, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland