13:03 28 Juli 2017
SNA Radio
    Die Filmproduzentin Joanna Natasegara und der Regisseur Orlando von Einsiedel bei der 89. Oscar-Verleihung in Los Angeles

    Weißhelme: In Aleppo der Terrorkontakte beschuldigt - In Hollywood mit Oscar geehrt

    © AFP 2017/ FREDERIC J. BROWN
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    19618618114

    Der Kurz-Dokumentarfilm „White Helmets“ (zu Deutsch: Weißhelme) hat am Sonntag einen Oscar geholt. Die Doku zeigt die Arbeit der gleichnamigen Hilfsgruppe, die angeblich Tausende Menschen in Syrien gerettet haben soll. Die Journalistin und Friedensaktivistin Vanessa Beeley, die sich mit der Gruppe jahrelang befasst hat, ist da anderer Meinung.

    „Wir sehen, dass eine Organisation ausgezeichnet wurde, deren Verbindung mit Al-Qaida und Dschebhat al-Nusra schon bewiesen ist“ sagte Beeley im Gespräch mit Sputnik. Davon zeugten Aussagen von Einwohnern von Ost-Aleppo, die unter der Okkupation der Al-Nusra gelebt haben.

    Beeley hatte nach eigener Aussage Aleppo im Dezember 2016 besucht, als die mehr als vierjährige Herrschaft der Terroristen bereits zu Ende gewesen sei. „Ich habe mit Einwohnern von Aleppo gesprochen und sie gefragt, ob sie die Organisation,Weißhelme‘ kennen. Sie hatten davon aber gar nichts gehört“, so die Journalistin weiter.

    Dies zeige ganz deutlich, dass die Weißhelme keine humanitäre Tätigkeit im östlichen Teil von Aleppo betrieben haben. Als sie die Menschen aber nach dem „Syrischen Zivilschutz“ gefragt habe, dem Namen, unter dem die Weißhelme besser bekannt sind, habe man sofort geantwortet: „Ach ja, der Zivilschutz der Al-Nusra-Front“.

    Die Zivilbevölkerung von Ost-Aleppo, welche die Weißhelme in den letzten 4,5 Jahren geschützt und versorgt haben wollen, werfe also der Freiwilligengruppe, so Beeley, Kontakte mit den Terroristen vor.

    „Das ist erstaunlich“, so die Journalistin weiter. „Wenn das wahr ist, und wir gehen davon aus, dass das stimmt, dann hat Hollywood und die hinter ihm stehenden Kräfte eine Organisation legitimiert, die mit Terroristen verbunden ist“.

    Das mache sehr deutlich, wer dahinter stehe und auf einen Regimewechsel in Syrien dränge. „An der Spitze stehen Zionisten, die Hollywood, den Rüstungskomplex der USA sowie das Weiße Haus größtenteils kontrollieren – mit Unterstützung Großbritanniens, der EU, der Türkei und der Golf-Staaten.

    Befreites Ost-Aleppo: Aus dem Westen kommt keine Hilfe — Moskau

    Es gebe zwei interessante Aspekte, über die jedoch geschwiegen werde. Dem 21-jährigen Kameramann Khalid Khatib, der bei den Dreharbeiten an dem Film mitgewirkt hatte, wurde die Einreise in die USA verwehrt, ebenso wie dem Chef der Hilfsorganisation, Raed Saleh.

    „Das ist bereits das zweite Mal, das ihm (Saleh – Anm. d. Red.) die Einreise in die USA verweigert wird. Im April 2016 hat man ihn wegen seiner Verbindungen zu extremistischen Gruppierungen nicht einreisen lassen“, so Beeley. Sogar das US-Außenministerium habe die Existenz dieser Verbindungen bereits bestätigt.

    Im September 2016 habe Außenminister John Kerry das Einreiseverbot für Saleh wieder aufgehoben. Doch einen Tag vor der Oscar-Zeremonie schrieb dieser in seinem Twitter, zu der Verleihung nicht reisen zu können, weil er zu beschäftigt sei.

    Obama-Regierung beschützte bis zuletzt Al-Nusra-Front – Russlands Vizeaußenminister

    Es stelle sich nun die Frage, wieso dem Chef der „Weißhelme“ und dem Kameramann der Doku die Einreise verwehrt worden sei.

    Und der zweite Aspekt sei die Tatsache, dass die Stiftung Threshold, einer der Sponsoren des Dokumentarfilms, am 9. Oktober 2016 ihre Finanzierung für den Streifen eingestellt habe, mit der Begründung, die „Weißhelme“ unterstützten eine Strategie, die zu einem internationalen Konflikt und zu einer Zuspitzung der Gewalt in Syrien führen könnte.

    „Daran wird sehr deutlich, was die Organisation,Weißhelme‘ darstellt und mit welchem Zweck sie ins Leben gerufen wurde – um eine Zuspitzung des Konflikts zwischen Moskau und Washington zu verursachen.“

    Mit dieser Meinung ist die Journalistin allerdings nicht allein. Die kanadische Reporterin und Menschenrechtsaktivistin Eva Bartlett, die mehrmals in Syrien gewesen ist, behauptet, dass die Mitglieder der „Weißhelme“ nur vorgäben, die Zivilbevölkerung in Ost-Aleppo und Idlib zu retten. „Doch niemand in Ost-Aleppo hat von ihnen gehört“, so Bartlett. Die Video-Aufnahmen der Gruppe enthielten Kinder, die für unterschiedliche Berichte „wiederverwendet“ würden. „So können Sie das Mädchen namens Aya finden, die in einem Bericht im August auftaucht, und dann taucht sie im nächsten Monat an zwei verschiedenen Orten auf“.

     

    Zum Thema:

    Nur ein Fünftel humanitärer Hilfe in Syrien kommt aus internationalen Hilfswerken
    Westliche Medienlügen zur humanitären Lage im syrischen Madaya
    Trotz IS-Besetzung: Moskau liefert fast 40 Tonnen humanitäre Hilfe in syrische Stadt
    Syrien: Russland liefert humanitäre Hilfe für Bewohner von Latakia
    Tags:
    Oscar, Film, Terroristen, Weißhelme, Aleppo, Syrien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren