06:40 15 November 2019
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    Ein Zoo (Symbolphoto)

    England entsetzt über fast 500 Zoo-Tote

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    Der South Lakes Safari Zoo in Cumbria im Nordwesten Englands hat 486 Tiere sterben lassen. Abmagerung und Unterkühlung sind die häufigsten Ursachen gewesen, die eigentlich hätten verhindert werden können, wie die englische Tierschutzorganisation Captive Animals' Protection Society (Caps) laut dem TV-Sender RT berichtete.

    Insgesamt ist für den Zeitraum von 2013 bis 2016 demnach eine Todesrate von 12 Prozent unter deren Tieren nachgewiesen worden. Nun fordern die Tierschützer den Entzug der Zoo-Lizenz. Im letzten „Caps“-Bericht sind als Todesursache Unterkühlung und Abmagerung angeführt worden. Einige der Tiere seien sogar überfahren worden und dies sei „einfach nicht akzeptabel“, heißt es. Nun seien die Behörden gefördert, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen.

    Aufsehen erregten besonders der Tod einer afrikanischen Riesenschildkröte, der laut den Tierschützern sicher hätte verhindert werden können. Auch ein hinter einem Heizkörper verwesender Kadaver eines Totenkopfäffchens erhitzt die Gemüter. Und die Ernährung der Giraffen werfe immer wieder Fragen bei den zuständigen Tierärzten auf.

    „Caps“ zufolge war der Zoo erst letzten Sommer überprüft worden. Mitarbeiterin Maddy Taylor bezeichnete die Resultate der Überprüfung als „wirklich schockierend“.  Damals hatte der Tierpark schon einmal eine Strafe in Höhe von 316.000 US-Dollar zahlen müssen, weil er gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften verstieß. Auslöser war ein Vorfall aus dem Jahr 2013, als ein Zoomitarbeiter von einem Sumatra-Tiger angefallen und zerfleischt worden war.

    Lizenzbesitzer David Gill hat die Leitung des Zoos dann Ende des Jahres an die Cumbria Zoo Company Ltd übergeben, nachdem er zur Leitung des Zoos als „unfähig“ erklärt wurde. Er behielt zwar weiterhin die Lizenz, war jedoch von allen Handels- und Führungsaktivitäten im Zoo zurückgetreten, sagte ein Sprecher des Geschäftsmannes.

    Obwohl Gills Lizenz im letzten Jahr nicht verlängert worden war, erlischt die alte Lizenz aufgrund einer Gesetzeslücke nicht.

    2015 waren bereits die Schneeleoparden Miska und Natasja tot in ihrem Gehege entdeckt worden. Offenbar hatten sie sich gegenseitig angefressen.

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    Tierquälerei, Bedingungen, Tierschutz, Zoo, Tod, Tiere, England, Großbritannien