17:04 12 Dezember 2017
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    Muslimische Kinder beim Beten (Symbolbild)

    Wuppertaler Schule verbietet „provozierendes Beten“

    © AFP 2017/ Jay Directo
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    Die Leitung eines Wuppertaler Gymnasiums hat ein Gebetsverbot für muslimische Schüler durchgesetzt, wie das Onlineportal „Der Westen“ berichtet. In einer internen Mitteilung soll das Lehrerkollegium aufgefordert worden sein, Verstöße umgehend dem Direktorat mitzuteilen.

    „Provozierendes Beten“ ist demnach auf dem Gelände des Johannes-Rau-Gymnasiums verboten. In einer schriftlichen Anweisung an die Lehrer des Gymnasiums sollen die Rektorin Christiane Genschel und ihr Stellvertreter Rainer F. Kokenbrink darauf hingewiesen haben, dass sie es nicht gestatten würden, wenn muslimische Schüler „deutlich sichtbar beten“.

    Mehrere muslimische Schüler hätten in den öffentlichen Räumen Schule ihre Gebetsteppiche ausgerollt und in den Toiletten rituelle Waschungen vorgenommen haben. Derartige religiöse Handlungen hätten die beiden Schulleiter in den vergangen Wochen „zunehmend beobachtet“, heißt es laut dem Onlineportal in dem Schreiben vom 16. Februar, das in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. 

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    Die Lehrer sollen nun die Schüler freundlich auf das Verbot hinweisen. Zudem seien die Pädagogen aufgefordert worden, „die Namen der Betroffenen festzustellen“ und „die Fälle der Schulleitung zu melden“ – angeblich um mit den muslimischen Schülern über Alternativ-Lösungen wie Gebetsräume zu sprechen.

    ​Besonders auf Facebook hat diese Entscheidung der Schulleitung scharfe Kritik geerntet. Nun habe sich auch die Bezirksregierung Düsseldorf, die für die Schulleiter in Nordrhein-Westfalen verantwortlich ist, eingeschaltet.

    „Das Verbot des Betens auf provozierende Art in der Schulöffentlichkeit soll das friedliche Miteinander fördern und den Schulfrieden sichern“, zitiert „Der Westen“ die Pressesprecherin der Bezirksregierung, Dagmar Groß.

    Der Schulleitung stehe es außerdem im Rahmen des Hausrechts frei, die Religionsfreiheit einzuschränken, wenn sie den Schulfrieden gefährdet sehe.

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    Gebetsverbot, beten, Provokation, Muslime, Schule, Wuppertal, Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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