17:21 18 November 2019
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    Muslimische Kinder beim Beten (Symbolbild)

    Provozierendes Beten an Wuppertaler Schule verboten: Bezirksregierung nimmt Stellung

    © AFP 2019 / Junie Doctor
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    Mit dem Verbot des Betens auf angeblich provozierende Art in der Schulöffentlichkeit soll das friedliche Miteinander gefördert und den Schulfrieden gesichert werden. So zitiert die Behörde einen Brief der Schulleitung des Johannes-Rau Gymnasiums in Wuppertal. Das interne Schreiben sei irrtümlich an die Öffentlichkeit gelangt.

    Was genau Stein des Anstoßes für das Gebetsverbot ist, wollte die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf nicht verraten. Das Online-Portal „Der Westen“ zitiert aus dem internen Brief:

    „In den vergangenen Wochen wurde zunehmend beobachtet, dass muslimische Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude für andere deutlich sichtbar beten, signalisiert durch rituelle Waschungen in den Toiletten, das Ausrollen von Gebetsteppichen, das Einnehmen von bestimmten Körperhaltungen. Dies ist nicht gestattet.“

    Die Bezirksregierung hält dieses Verbot für rechtens. Die Schulleiterin hat dazu die Möglichkeit im Rahmen des Hausrechts, antwortet die Behörde in ihrer schriftlichen Stellungnahme gegenüber Sputnik. Weiter heißt es da: „Das verfassungsmäßige Gebot des Funktionierens des Schulbetriebes und des Bildungsauftrags Art 5 GG, geht der Religionsausübungsfreiheit vor. Daher müssen zum Beispiel auch muslimische Mädchen am Schwimmunterricht teilnehmen.“

    Der Brief sei in konstruktiver Absicht geschrieben worden: Die Lehrer sollten mit den betenden Schülern ins Gespräch kommen und eine Lösung finden. Allerdings stört sich die Behörde an der Wortwahl des Schreibens. Diese sei unglücklich. Gerade für Außenstehende könne hier ein falscher Eindruck entstehen. Denn das Beten sei dann unbedenklich möglich, wenn es den Schulbetrieb nicht beeinträchtigt. Deshalb bemüht sich die Bezirksregierung um eine einvernehmliche Lösung. Schulaufsicht und Schulleitung seien darüber in Gesprächen. Verabredet wurde, gemeinsam mit den betenden Schülern einen Weg zu finden. Sie sollen ihre Religion ausüben können, ohne dass andere sich dadurch gestört oder beeinträchtigt fühlen. 

    >>>Wahrnehmung vs. Realität: Wie viele Muslime gibt es in Deutschland wirklich?

    Zudem betont die Bezirksregierung: „Das Gymnasium Johannes Rau in Wuppertal ist der Bezirksregierung bekannt als Schule mit einem großen Engagement für die Integration von Schülern anderer Religionen oder Herkunftsländer.“

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    Tags:
    Schule, Gymnasium Johannes Rau, Wuppertal, Deutschland, Düsseldorf