01:31 30 April 2017
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    „Weeping Angels“ der CIA: Wirtschaft und Politik mitverantwortlich Piratenchef

    © AP Photo/ Carolyn Kaster
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    Die CIA soll laut Wikileaks TV-Geräte gehackt haben. Diese hätten dann heimlich Gespräche aufgezeichnet und an CIA-Server gesendet. Das funktioniere nicht nur mit Smartphones und Fernsehern, sondern mit jedem internetfähigen Gerät, sagt Piraten-Chef Patrick Schiffer gegenüber Sputnik. Verantwortlich dafür seien die Hersteller und die Politik.

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    © Sputnik/ Alexei Druzhinin/Anton Denisov/Pressedienst des Präsidenten von Russland
    "Weeping Angel" bedeutet so viel wie weinender Engel. Science Fiction-Fans kennen solche aus der TV-Serie „Doctor Who“: Es sind düstere Engelskreaturen aus Stein. Dem Anschein nach sind es Statuen, die sich die Hände vor das Gesicht halten. Aber wehe, ihnen wird den Rücken zugedreht: Dann zeigen sie ihr wahres Gesicht, schleichen sich an und töten ihr Opfer von hinten.

    Die „Weeping Angels“, welche die CIA benutzt haben soll, sind nicht aus Stein, sondern moderne Maschinen. Sie sind nicht tödlich, aber ähnlich heimtückisch: Der Benutzer glaubt, sein Fernsehapparat sei aus, wenn er ihn ausschaltet. Stattdessen zeichnet er Gespräche auf und sendet sie an die CIA. Die hat laut Wikileaks die Hacking-Tools entwickelt, um Smart-TVs der Firma Samsung in Abhör-Werkzeuge zu verwandeln.

    Experten vermuten, dass nicht nur TV-Geräte betroffen sind. „Ich glaube, den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt“, befürchtet Patrick Schiffer, Vorsitzender der Piratenpartei, im Sputnik-Interview. „Wenn sie davon ausgehen, dass da wirklich 5.000 Mitarbeiter mit höchstem Knowhow damit beschäftigt sind, bestehende Geräte auszuspionieren und zu schauen, wie man sich in sie hineinhackt, dann können selbst in Wasch- oder Spülmaschinen Bewegungsprofile und andere Abhörmechanismen installiert werden.“

    Die Verantwortung dafür trage aber nicht die CIA allein. Schiffer nimmt beim Thema Datenschutz die Unternehmen und die Politik in die Pflicht. „Die US-Wirtschaft hat sich sehr bemüht, Kontrolle und Vertrauen herzustellen.“ Aber angesichts der Sicherheitslücken der Betriebssysteme seien eine höhere Datensicherheit und ein besserer Schutz der Privatsphäre zu fordern. „Sonst haben diese Betriebssysteme und die Software, die aus Silicon Valley kommen, keinen Wert mehr“, urteilt der Politiker.

    Letztlich sei es eine politische Frage: Die US-Unternehmen müssten in die Pflicht genommen werden. Erst wenn die Geräte Datensicherheit gewährleisten, dürften sie auf den Markt kommen. Für Zuwiderhandlungen fordert Schiffer harte Strafen, die den Unternehmen wehtun. Außerdem müssten Datenschutzbehörden mit den nötigen Mitteln ausgestattet werden, um die Datensicherheit auch durchsetzen und gewährleisten zu können.

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Piratenpartei, WikiLeaks, CIA, Deutschland, USA