Widgets Magazine
02:23 12 November 2019
SNA Radio
    Brandenburger Tor in Berlin (Archivbild)

    Von Berlin über Moskau zu Völkerverständigung – Friedensfahrer auf Freundschaftsfahrt

    © AFP 2019 / Joerg Carstensen/ DPA
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    4557
    Abonnieren

    Mit tausend Teilnehmern rechnen die Veranstalter der zweiten Druschba-Friedensfahrt Berlin-Moskau, die vom 23. Juli bis 13. August 2017 von Berlin nach Moskau führen soll. 450 Interessenten, doppelt so viele wie im Vorjahr haben sich schon jetzt gemeldet, wie einer der Initiatoren, Rainer Rothfuß, sagte.

    Das Interesse sei deutlich angewachsen, teilte Rothfuß im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin mit. „Gemeinsam mit vielen russischen Freunden, die sich uns etappenweise anschließen werden, ist diese Zahl durchaus möglich. Damit wollen wir ein Zeichen setzen, dass der Wille zur Völkerverständigung und Freundschaft, zu einem gemeinsamen Gestalten des großen Hauses Europa auf beiden Seiten da ist und dass unsere erste Friedensfahrt kein Strohfeuer war, sondern dass hier tatsächlich eine neue Bewegung am Entstehen ist.“

    Eine solche Fahrt könne für sich allein nicht alles bewegen, so Rothfuß, „aber sie steht auch nicht allein da. Es gibt viele Austauschprogramme und Vereine, die Partnerschaften pflegen, viele Aktivisten, die sich für bessere Beziehungen einsetzen. Es gibt den YouTube-Kanal,Golos Germanij‘, der deutsche Sendungen auf Russisch übersetzt. Wir brauchen aber auch Ähnliches in der anderen Richtung – die Stimme Russlands in Deutschland. Es gibt schon erste Ansätze. Das können wir aber noch deutlich ausweiten.“

    Statt Konfrontation und Abschreckung

    Gemeinsam solle Geschichte geschrieben werden, so der Initiator. Dies solle auch explizit „den geostrategischen Plänen der aktuellen Machthaber in der westlichen Welt noch diametral“ entgegenlaufen. Aber auch da seien ja erste hoffnungsvolle Anzeichen in der Regierung Trump zu erkennen, die zumindest mit plausiblen Erklärungen, warum gute Beziehungen zu Russland für die ganze Welt nützlich seien, auf sich aufmerksam gemacht habe. „So werden auch im politischen Bereich durchaus Stimmen lauter werden, die sagen:,Warum sollen wir es eigentlich nicht mit Kooperation und Frieden statt Konfrontation, Abschreckung und essenzieller Eskalation versuchen“, betont Rothfuß.

    Berlin-Start in Kaliningrad?

    Die Route der Friedensfahrt beginnt, wie auch schon im Vorjahr, in Kaliningrad – aus rein praktischen Gründen, wie Rothfuß erläutert. „Denn die Einreise über Weißrussland nach Russland ist auf dem Landweg für Nichtrussen nicht mehr möglich. Es ist aber zugleich auch ein symbolisch wichtiger erster Punkt, den wir anlaufen. Denn in Königsberg/Kaliningrad haben wir das Territorium, das letztendlich die Verknüpfung deutsch-russischer Geschichte symbolisiert – in seiner guten wie auch schmerzlichen Form.“

    Zudem seien die baltischen Staaten die vorderste Front im laufenden Informationskrieg gegen den geopolitischen Konkurrenten Russland, fährt Rothfuß fort. „Dort wird am stärksten darauf gesetzt, die Bevölkerung in Angst, Schrecken und Misstrauen gegenüber Russland zu versetzen. Und Signale der Völkerverständigung, die wir in die baltischen Staaten hineintragen wollen, wenn wir dort durchfahren, und die vom Ansatz her davon ausgehen, dass Frieden und Sicherheit – das gleiche Ziel, das auch die Nato angibt zu verfolgen, viel eher erreicht werden können, wenn auf Vertrauen, Dialog und Aussprache auch über Unstimmigkeiten gesetzt wird. Und wir haben zunehmend Zuspruch dort von verschiedenen Gruppen erfahren.“

    Interesse aus der Neuen Welt

    Der Friedenswille sei dabei auch gar nicht nicht territorial bedingt, ist sich Rothfuß sicher. „Die Friedliebenden leben auch auf der anderen Seite des Ozeans. Nicht alle wollen Krieg dort. Die Trennlinie verläuft innerhalb von Parteien, gesellschaftlichen Gruppierungen und Staaten. Wir würden uns freuen, wenn es uns gelingt, den Vorwurf des Antiamerikanismus, der uns häufig gemacht wurde, wenn wir Militäroperationen der USA im Nahen Osten kritisiert hatten, die Europa durch die Flüchtlingskrise destabilisiert haben, auszuräumen, indem wir sagen, dass auch Amerikaner bei unserer Friedensfahrt mit dabei sind, und unsere Initiative immer weiter den Globus umspannen wird.

    In diesem Jahr will die Friedensfahrt auf sieben verschiedenen Routen 42 russische Städte und Gebiete abdecken. Dazu gehören Karelien, der Goldene Ring, die Wolga, der Kaukasus, die Krim und sogar der Baikalsee.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Eine Unternehmung gegen Kriegshetze“: Willy Wimmer begrüßt Friedensfahrt nach Moskau
    Energy Eurasia: deutsches und russisches Wissen im Energiebereich gut kombinierbar
    „Totales Diktat“: Wie Deutsch dem Englischen in Russland Konkurrenz macht
    Steinmeier und Russland: „Einer der Bedachtsamsten im deutschen Establishment“
    Tags:
    Deutschland, Russland