18:28 25 März 2017
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    Reinhard Dowe

    GEZ-Rebell im Hungerstreik: Ich kämpfe für die Menschenrechte

    © Foto: Reinhard Dowe
    Gesellschaft
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    Reinhard Dowe hungert seit mittlerweile fünf Wochen. Er findet, die GEZ-Gebühr stehe im Widerspruch zum Grundgesetz und möchte sein Recht, auf die Grundversorgung durch die Öffentlich-Rechtlichen zu verzichten, durchsetzen. Seine Rente wurde wegen Nichtzahlung gepfändet und der Hungerstreik zeigt bisher keine Wirkung. Doch Dowe gibt nicht auf.

    Seit mehr als anderthalb Jahren hat der 70jährige keine Rundfunkgebühren mehr gezahlt. Es gehe ihm dabei nicht um die 17,50 monatlich, sondern ums Prinzip, so der Rentner.

    Einerseits sei es die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender,  die ihm nicht gefalle, die er deswegen auch nicht  ansehe und für die er nicht bezahlen wolle.

    „Ich bin der Sohn eines Kriegsinvaliden aus dem I. Weltkrieg. Krieg ist mir ein Grauen. Wenn ich diese einseitige Berichterstattung mitbekomme, die immer nur auf das böse Russland geht, und wenn jetzt wieder deutsche Soldaten an der Grenze rumturnen, dann läuft es mir kalt über den Rücken. Wenn ich höre, was darüber berichtet wird – und das tun sie ja sehr intensiv – dann sage ich, das ist nicht das, was ich hören möchte und ich möchte auch diese Politik nicht. Von Deutschland können keine Kriege ausgehen, da bleibe ich dabei.“

    Nach Dowes Auffassung sei es außerdem nicht konform mit dem Grundgesetz, dass die Bürger zu einer „Zwangsabgabe“ verpflichtet werden, egal, ob sie das Angebot der Öffentlich-rechtlichen nutzen oder nicht.

    GEZ-Rebell im Hungerstreik: Ich kämpfe für die Menschenrechte
    © Foto: Reinhard Dowe
    GEZ-Rebell im Hungerstreik: Ich kämpfe für die Menschenrechte

    “Nach dem Artikel 5 des Grundgesetzes ist es so, dass ich ungehindert meine Informationen bekommen kann. Dafür darf keine Zwangsgebühr gefordert werden. Ich bin mit dem, was sie senden, nicht mehr einverstanden, denn ich fühle mich irgendwie manipuliert und desinformiert. Das ist der Grund, warum ich sage: Damit muss ich Schluss machen. […] Das Grundgesetz, das höchste Gesetz in Deutschland, hat zu gelten und kann nicht außer Kraft gesetzt werden. Die Behörden liegen da auf der falschen Seite. Der WDR hat hier irgendwo geschrieben, ich hätte ein persönliches Rechtsverständnis – wie kann es ein persönliches Rechtsverständnis von Menschenrechten geben?  Menschenrechte sind eindeutig!“

    Auf eben dieses Recht hatte der Rentner auch die zuständigen Behörden aufmerksam machen wollen und verfasste Antwortschreiben auf die eingehenden Mahnungen. Doch da habe man seine Argumente gar nicht hören wollen und er habe sich für blöd verkauft gefühlt, so Dowe. Nach einem Haubesuch durch einen Beamten der Stadt Gelsenkirchen kam kurz vor Weihnachten schließlich der Pfändungsbeschluss.

    „Es waren zwei Briefe, einer von der Stadt und einer vom Rententräger, und darin stand, dass die Rente gekürzt wird. Am 31. Dezember war der Betrag weg.“

    GEZ-Rebell im Hungerstreik: Ich kämpfe für die Menschenrechte
    © Foto: Reinhard Dowe
    GEZ-Rebell im Hungerstreik: Ich kämpfe für die Menschenrechte

    Das hat Reinhard Dowe wütend gemacht und bewegte ihn zu einem radikalen Schritt: Der Rentner trat in Hungerstreik und setzte die Stadt in Kenntnis. In seinem Brief an die Stadt legte er dar, er wolle so lange streiken, bis seine Forderungen erfüllt werden.

     Mittlerweile hat der Rentner seit fünf Wochen keine Nahrung mehr zu sich genommen. Den gepfändeten Betrag hat er nicht zurückbekommen, die Unterstützung von anderen GEZ-Verweigerern wächst jedoch stetig und motiviert Dowe, mit dem Hungerstreik weiterzumachen.

    „Viele Menschen sind besorgt. Abbringen wollen sie mich aber nicht. Sie sagen: Da ist endlich jemand, der es macht! Sie fühlen sich alle irgendwo „betrogen“. So viele sind unzufrieden, das geht in die Millionen!“

    Wie lange er weiter hungern kann, weiß Reinhard Dowe nicht. Dass seine Mission aber richtig ist, davon ist er überzeugt.

    Bericht: Ilona Pfeffer

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    Tags:
    GEZ-Beitrag, Reinhard Dowe, Deutschland, Russland
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    Alle Kommentare

    • PremiumLevelFrauenBody
      Sehr geehrter Herr Gowe,
      besuchen Sie einmal die Webseite
      www.staatenlos. info.
      Und geben Sie ins Suchfeld "GEZ" ein.
      Dort erhalten Sie wirklich rechtswirksame und rechtssichere Musterschreiben, wie Sie ohne Schaden zu nehmen, gegensteuern können.
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      Eugen
      Menschenrechte gelten für Menschen.
      Eine Köterrasse hat Köterrechte.
      -----------------
      "Während diese Invasoren, die offen zugegeben zur Bekämpfung der Überalterung und des Geburtenrückgangs importiert werden, in ein Vollkasko-Leben „integriert“ werden, wird das ethnische deutsche Volk jeden Tag mehr in die Tonne getreten mit einer höhnischen 'Verfassung', die in in ihrem ersten Artikel die Würde des Menschen als unantastbar ansieht, aber leider den Politikern nicht verbietet, den 'Menschen' nach ihrem Gusto zu definieren. Wie ich bereits öfters sagte: Die unbegrenzte Auslegung, die alles möglich macht, ohne einen einzigen Buchstaben des Gesetzes zu ändern. Das hatten wir alles schon einmal, aber leider ist der homo politicus anscheinend nicht lernfähig. Das Ergebnis wird nicht lange auf sich warten lassen..."
      entliehen bei RA Lutz Schaefer
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      Hans Klein
      Die gehen über Leichen!
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      palmakunkelAntwort anPremiumLevelFrauenBody(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
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      viceman
      die rentenstelle als büttel des gez-kraken, was ist das wohl für ein 'freies land' ?
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      pazi
      es geht nicht ums ...., es geht ums Prinzip ?

      - gute und vernünftige Meinungsäußerungen fangen nach meiner Erfahrung anders an.
      - solche "Bemühungen" gab es schon, meines Wissens hatten sie nie Erfolg.

      Es gibt den Rundfunkbeitragsstaatsvertrag nach dem diese Gebühr erhoben wird.
    • Isnogud
      Merkel sollte auch mal einen Hungerstreik machen, damit ihr Schneider nicht ständig neue Hosenanzüge anfertigen muss. Die kosten den Steuerzahler schließlich auch Geld.
    • Ullrich Heinrich
      Auch ich unterstütze den Hungerstreik des Mannes.
      Nebenbei einen posthumen Glückwunsch an die aus dem 1. Weltkrieg kriegsinvaliden Vater, der immerhin noch 18 Jahre nach Kriegssende mit etwa 40 diesen Sohn zeugen konnte.
    • avatar
      peter_burgermeister
      Werter Reinhard Dowe, grösster Respekt dafür, das Sie sich gegen diese faschistischen Kriegstreiber auflehnen. Ich wünsche Ihnen allen Erfolg, Ausdauer und vor allem viel Gesundheit.
    • RedProcessor07
      Ich zahle seit 2003 keine GEZ mehr; habe auch keine Geräte mehr.
      Meine Erfahrungen.
      1. Alle Behörden machen bei der Eintreibung der Zwangsgebühr mit, auch die Gerichte.
      2. Retten kann einem nur die Pfändungsgrenze. Liegt das Einkommen oberhalb 1073,88 € ist man dem System hoffnungslos ausgeliefert und es wird mit allen Tricks versucht den Verweigerer fertig zu machen. So wurde ich mit Tricks, durch das Amtsgericht, in die Schuldnerliste eingetragen.
      3. Mein Einkommen liegt unterhalb dieser Pfändungsgrenze, trotzdem werde ich regelmäßig von der Zwangsbehörde belästig.
      4. Jetzt bin ich dazu übergegangen die Briefe ungeöffnet zurück zu schicken.
      Ich gebe nicht auf und ich werde auch nicht für Lügen, Propaganda und Demagogie bezahlen.
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