12:50 26 September 2017
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    Migranten an der österreichischen Grenze

    Thema Integration: Mehrheit der Österreicher fühlt sich nicht mehr sicher

    © AFP 2017/ Rene Gomolj
    Gesellschaft
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    Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung fühlt sich in ihrem Land nicht mehr sicher. Das geht aus dem aktuellen Integrationsbarometer hervor, berichtet das Internetportal oe24.at.

    Das Zusammenleben mit Migranten sieht die österreichische Bevölkerung demnach in einigen Bereichen kritisch, in anderen eher entspannt.

    Flüchtlinge und Obergrenze

    Hier leben die meisten „Migranten-Skeptiker“
    © REUTERS/ Antonio Bronic/File Photo
    58 Prozent der befragten Österreicher bezeichneten das Zusammenleben mit Flüchtlingen als eher schlecht oder sehr schlecht. Für ganze 53 Prozent hat sich das Sicherheitsgefühlt im Leben durch die Migranten verschlechtert. Dabei räumten jedoch 41 Prozent ein, dass sich die Lage im Land in den vergangenen Monaten entspannt habe. 

    61 Prozent der Befragten gaben an, das Zusammenleben konkret mit Muslimen sei eher schlecht oder sehr schlecht. Nur sieben Prozent waren der Auffassung, der Islam gehöre zu Österreich.

    Positiver sahen die Befragten das Leben mit „Zuwanderern“ allgemein – also beispielsweise mit ausländischen Arbeitskräften. 45 Prozent gaben demnach an, das Zusammenleben mit jenen funktioniere gut.

    Für knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) ist dennoch die Obergrenze in Österreich von 37.500 Flüchtlingen in diesem Jahr zu hoch. 84 Prozent würden außerdem befürworten, wenn die Grenzkontrollen beibehalten würden. 

    Doppelstaatsbürgerschaft

    73 Prozent der Befragten sind gegen die Doppelstaatsbürgerschaft. Die österreichische Bevölkerung diskutiert das Thema schon seit einigen Wochen. Aufgrund des erst seit Kurzem entstandenen mangelnden Informationsaustausches zwischen Wien und Ankara soll es nämlich in Österreich viele Menschen mit doppelter, in dem Fall österreichisch-türkischer Staatsbürgerschaft geben. Die Dunkelziffer sei allerdings nur schwer einzuschätzen, heißt es. Gemäß der österreichischen Gesetzeslage muss ein Mensch beim Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft eigentlich seine frühere Staatsangehörigkeit aufgeben. Sollte er dies nicht tun – und Österreich davon erfahren –, kann ihm die österreichische Staatsbürgerschaft rückwirkend aberkannt werden.

    Nur vier Prozent sind der Auffassung, dass der Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft erleichtert werden sollte.

    Das sogenannte „Integrationsbarometer“ wurde vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) erstellt. Dafür werden regelmäßig österreichische Staatsbürger ab 16 Jahren zum Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und möglichen Herausforderungen und Problemen dabei befragt. Für das aktuelle Integrationsbarometer wurden 1000 Österreicher befragt.

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    Tags:
    Sicherheit, Flüchtlingskriminalität, Obergrenze, Doppelstaatsbürgerschaft, Migranten, Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF), Ankara, Türkei, Wien, Österreich
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