12:37 21 Februar 2018
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    Genueser Festung Sudak auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim

    Basisdiplomatie bricht Blockade: Linker Kreistagsabgeordneter auf der Krim

    © Sputnik/ Sergey Malgavko
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    Die Stimmung auf der Krim hat sich positiv entwickelt, die Menschen auf der Halbinsel sehen optimistisch in die Zukunft - das ist der Eindruck von Andreas Maurer, Kreistagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Stadtrat Quakenbrück. Er hat die Krim im dritten Jahr der Wiedervereinigung mit Russland erneut besucht.

    Die Lebensverhältnisse der Menschen auf der Halbinsel seien wesentlich besser geworden, schilderte Maurer seine Eindrücke im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Das ist auf jeden Fall meine Wahrnehmung. Als ich wieder in der Stadt Bachtschissarai war, habe ich bemerkt, dass die Infrastruktur ausgebaut wird, neue Straßen angelegt werden, Baustellen überall zu sehen sind und die Leute positiv in die Zukunft blicken.“

    Auch die Gespräche drehten sich nun um andere Themen, beschrieb der Abgeordnete eine der Veränderungen zu früheren Besuchen, die ihm auffielen. Vorher hätten die Krimbewohner immer wieder darüber gesprochen, wie sie zum Referendum 2014 kamen. „Das war so das Thema. Jetzt freuen sich die Menschen, wenn Touristen kommen, wenn das Leben sich normalisiert.“

    Die Krim als Teil Russlands akzeptieren und anerkennen

    Maurer berichtete über sein Gespräch mit einer Frau im Bus, die ihm sagte: „Hört bitte auf, über die Krim zu diskutieren. Die Krim ist ein Teil der Russischen Föderation! Und Schluss damit!“ Und das sei richtig überzeugt gekommen, erinnerte sich der Abgeordnete und meinte, die Welt müsse das anerkennen. „Das war eine Botschaft einer einfachen Frau, aber sie hat mit diesem kurzen Satz eigentlich den Willen des Volkes auf der Krim deutlich dokumentiert.“ Er forderte von der deutschen Politik, „dass wir das endlich akzeptieren müssen und nach vorne schauen.“

    Informationen über vermeintlich verteuerte Lebensmittel auf der Krim konnte Maurer nicht bestätigen. „Ich sah, dass die Geschäfte voll sind. In Deutschland wird darüber berichtet, dass diese Geschäfte leer sind. Dem muss ich entschieden widersprechen.“ In Gesprächen habe er immer wieder erfahren, dass sehr viele neue Geschäfte in letzter Zeit eröffnet wurden.

    Deutsche Unternehmen trotz Sanktionen auf der Krim

    Der Abgeordnete berichtete, dass große Immobilienfirmen aus Hamburg und Düsseldorf sich auf der Krim umschauen und sich über den Immobilienmarkt auf der Halbinsel informieren. Die Firmen würden dort ein Potential sehen und einen „riesengroßen Markt“ erwarten. Ihnen sei zwar bewusst, dass mit EU-Sanktionen zu rechnen ist. Maurer ergänzte, er habe nicht gemerkt, „dass sie Angst haben, obwohl die Ukraine immer allergisch auf solche Fahrten reagiert.“

    Das sei alles Politik, hätten seine Gesprächspartner gesagt, so Mauer. Aber sie seien Unternehmer und möchten Geld verdienen. Sie würden sich zum Beispiel für ein Ferienhaus oder eine Wohnung auf der Krim interessieren. „Es sind in der Regel Russlanddeutsche, die die Gegend kennen, und sich hier eine Immobilie anschaffen würden.“

    Junge Leute wollen wissen, wie es wirklich aussieht

    Der Parlamentarier  meinte, dass es für die deutsche Regierung schwer fallen werde, so was zu sanktionieren. „Das wird nicht gehen. Da hat man keine Bedenken. Mehr noch: Nach den Berichten über meine Reisen auf der Krim deutschlandweit und im Internet kommen viele interessierte Anfragen.“

    Maurer bemerkte, dass gerade junge Leute wissen wollen, wie die Lage auf der Krim wirklich sei. Sie würden fragen und diskutieren und seien an Informationen interessiert. „Und da wir in Social Media nicht diese massive Kontrolle wie in Mainstream-Medien haben, sind die jungen Leute besser über die Situation auf der Halbinsel informiert als die ältere Bevölkerung, die auf das klassische deutsche Fernsehen angewiesen ist.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Andreas Maurer, Krim, Russland, Deutschland
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