04:44 23 November 2017
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    Deutsche Polizei vor dem Brandenburger Tor

    „Partnerschaftsgeschwafel“: Deutsche Polizei kritisiert Berliner Senat

    © AFP 2017/ John Macdougall
    Gesellschaft
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    Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat am Dienstag eine Entschuldigung seitens der Verantwortlichen dafür gefordert, dass das Brandenburger Tor am Montag nicht in den Nationalfarben Russlands angestrahlt wurde. Dies sei „ein großer politischer Fehler“ gewesen, hieß es.

    Der Berliner Senat hatte sich gestern nicht entscheiden können, zum Zeichen der Solidarität mit den Opfern in Russland das Brandenburger Tor in den Landesfarben anzustrahlen. Viele kritisierten die Unterlassung und nahmen mit Photoshop die Arbeit im Netz selbst in die Hand, darunter die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin:

    In einem Exklusivinterview mit Sputnik äußerte sich Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin zu diesem Ereignis.

    "Wir halten das für einen großen politischen Fehler, weil Terror keine Politik kennt, Terroropfer keine Politik kennen und weil Sankt Petersburg wohl ohne Zweifel eine europäische Stadt ist", sagte Pfalzgraf.

    Auf die offizielle Begründung, Sankt Petersburg sei keine Partnerstadt Berlins gewesen, antwortete der Landesvorsitzende: "Die Opfer von Terror und Gewalt haben mit diesem Partnerschaftsgeschwafel überhaupt nichts zu tun. Das ist eine grundsätzliche humanistische Überzeugung – und da war der Senat offensichtlich falsch beraten."

    Auf einmal vergessene Partnerschaft: Berlin-Senat sieht keinen Bezug zu Petersburg

    Ob es sich hier um einen bürokratischen Fehler oder ein politisches Statement handle, wollte er indes nicht entscheiden: „Die Hintergründe der Entscheidung sind mir jetzt im Einzelnen nicht bekannt – ob das ein Bürokratiefehler war oder politisch motiviert. In jedem Fall war es falsch und es müsste eine Entschuldigung geben.“

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    Tags:
    Solidariät, Bombenanschlag, Bundespolizei, Berlin, St. Petersburg, Deutschland, Russland
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