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12:43 19 September 2019
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    Geschlechtertrennung zurück in schwedischer Schule

    © AP Photo / Butch Dill
    Gesellschaft
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    Medien sind empört, der Regierungschef fordert unverzügliche Maßnahmen, der Bildungsminister setzt zum Schlag gegen kirchliche Schulen an: In einer muslimischen Schule in Schweden steigen Jungen und Mädchen durch getrennte Eingänge in ihren Schulbus ein, wie der TV-Sender RT berichtet.

    Eine versteckte Kamera zeigt, wie die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren nach dem Geschlecht getrennt in einen Schulbus einsteigen. Die Jungen nutzen die Vorder-, die Mädchen die Hintertür. Die schwedische TV-Show „Kalla Facta“ („Kalte Fakten“) hat diese Bilder am Dienstagabend ausgestrahlt, wie RT berichtet.

    Die Journalistin Helena Gissen habe herausgefunden, dass Schüler in der muslimischen Al-Azhar-Schule nahe der schwedischen Hauptstadt Stockholm nach Geschlechtern getrennt unterrichtet würden. Der Schuldirektor habe einen Kommentar verweigert, hieß es.

    Dafür fand der sozialdemokratische Premierminister Stefan Löfven klare Worte: „Ich denke, das ist einfach entsetzlich. Sowas gehört nicht nach Schweden“, sagte der Regierungschef und betonte den Handlungsbedarf. Das Kabinett habe bereits eine entsprechende Aufgabe bekommen, fügte Löfven hinzu.

    Der schwedische Bildungsminister Gustav Fridolin forderte sogleich härtere Vorgaben für Schulen in kirchlicher Trägerschaft: „Unsere Regeln sind offensichtlich zu schwach. Wir brauchen einen härteren gesetzlichen Rahmen, wenn es um religiöse Schulen geht“, sagte er laut RT.

    Indes erklärte der stellvertretende Schuldirektor Roger Lindquist, dass es sich bei dem Vorfall wohl um einen Fehler handele. Die Schulleitung habe erst aus dem Video erfahren, dass so etwas in ihrer Schule passiere, sagte er laut dem TV-Sender. „Natürlich ist das nichts, was wir unterstützen würden. Es handelt sich offensichtlich um einen Fehler“, betonte er.

    Die Al-Azhar-Schule ist eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Schule in privater Trägerschaft. Das ist für das schwedische Bildungssystem ganz normal. Der Islam werde in der Schule als Einzelfach unterrichtet. Zudem sei es den Schülern erlaubt, in der Schule zu beten, heißt es.

    Medien berichteten bereits im vergangenen August, dass die Schüler der Al-Azhar-Schule nach Geschlecht in Klassen eingeteilt würden – mit Zustimmung der zuständigen Behörde. Die schwedische Regierung hat im Februar dieses Jahres erklärt, getrennte Klassen verbieten zu wollen, „als Maßnahme zur Förderung gleicher Bildungschancen für alle schwedischen Bürger“, hieß es.

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    Tags:
    Geschlecht, Schule, Religion, Islam, Schweden