13:37 22 November 2019
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    Anhängerin der Piraten-Partei (Archivbild)

    Piraten warnen vor Zensur durch Fakten-Check von Google – Algorithmen als Problem

    © AFP 2019 / Christof Stache
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    Wenn der Internet-Konzern Google seine Suchmaschinenergebnisse auf Fakten prüfen lässt, haben die Piraten im Prinzip nichts dagegen. Das muss aber für alle Quellen möglich sein, fordert der Parteivorsitzende Patrick Schiffer. Die Piraten fordern erneut ein Pflichtfach Informatik in den Schulen und mehr Medienkompetenz von Lehrern.

    Für die Piraten, hervorgegangen aus einer Bewegung für den kritischen und offenen Umgang mit den digitalen Medien, ist das neue „Faktencheck-Label“ von Google grundsätzlich begrüßenswert. Es gebe aber noch viele offene Fragen, erklärte der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Patrick Schiffer, im Interview mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke.

    „Google hat ja schon im vergangenen Jahr den Fact Check in Google News angekündigt und hat ihn wohl im Laufe der letzten Monate immer weiter ausgeweitet.“ Das Unternehmen habe durch die Suchmaschinenoptimierung auch vorher die Möglichkeit gehabt bestimmte Beiträge in der Rangliste weiter oben anzuzeigen, erklärte Schiffer. „Die Idee finde ich ganz interessant, aber es gibt natürlich einige Fragen die sich da stellen. Die eine Frage ist: Bleiben die News weiter lesbar, also verschwinden diese nicht? Die Beiträge dürften auf keinen Fall verschwinden, es dürfte auf keinen Fall in irgendeiner Form zur Zensur kommen.“

    Der Chef-Pirat sieht die Grundlage dafür, was als „Fake News“ bewertet wird, als „sehr schmal“ an. Für ihn ist der automatisierte Mechanismus „ein großes Problem“: „Wenn Google die Algorithmen so programmiert, dass die Beweislast dann auf den Verlegern liegt, dann bekommt das Unternehmen zwar keine Vorwürfe von Verzerrungen, allerdings könnte es dann eben ein Problem darstellen, bei der Frage danach wieweit Google das auch konsistent umsetzt." Das Unternehmen werde selbst entscheiden, wer an dem System teilnehmen dürfe. Vorwürfe von Verzerrungen und Befangenheit wären die Folge, wenn die Kriterien nicht nachvollziehbar und transparent seien. Die unterschiedlichen kleineren Blogs und Nachrichtenwebsites müssten die Möglichkeit bekommen, sich anzupassen. „Die Sache bleibt spannend“, so Schiffer.

    Er sieht die Möglichkeit, immer wieder darüber aufzuklären, was eigentlich die Hintergründe sind. „Das ist unsere Vorgehensweise damit.“ Für die Piraten geht es um mehr: „Im nachhaltigeren Sinne gibt es natürlich dann eben noch die Forderung, in den Schulen ein sogenanntes Pflichtfach Informatik einzuführen. Das Thema Medienkompetenz muss gestärkt werden, sowohl bei der Lehrer- als auch bei der Schülerausbildung. Das sind alles so Punkte, wo die Politik die letzten Jahre sehr viel vernachlässigt hat. Hier fordern wir, dass die Auswirkungen der Digitalisierung, die wir ja jetzt schon seit Jahren und Jahrzehnten sehen, endlich angegangen werden müssen" 

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    Tags:
    Fake-News, Prüfung, Kritik, Zensur, Piratenpartei, Facebook, Google, Deutschland