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    Türkische Trolle lassen Ranking von Film über Armenier-Genozid absacken

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    Sogenannte „Trolle“ von einer türkischen Webseite haben dafür gesorgt, dass der neue Hollywood-Film „Promise“ über den Völkermord an den Armeniern viele schlechte Bewertungen im Netz bekommt. Dies teilt das Magazin Hollywood Reporter mit.

    Online-Trolle sind der Zeitschrift zufolge zu einem wahren Alptraum der Filmindustrie geworden. Das sogenannte „Runtervoten“ – ein Vorgang, bei dem Nutzer etwas zielgerichtet negativ bewerten — bereite den Produzenten viele Kopfschmerzen.

    Auch der neue Film des Regisseurs Terry George scheint diesem Phänomen zum Opfer gefallen zu sein. Der Streifen, der am 21. April in die Kinos kommt, erzählt von einer Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Genozids an Armenien im Ersten Weltkrieg.

    „Leute, Hollywood dreht einen Film über den sogenannten Genozid an Armeniern und der Trailer ist bereits mehr als 700.000 Mal aufgerufen worden. Wir müssen umgehend etwas unternehmen“, lautete eine der Mitteilungen auf der türkischen Webseite Incisozluk.

    Kurz darauf überfluteten Hunderttausende negative Bewertungen das wichtigste Filmbewertungs-Portal IMDb. Das Ranking des Films sackte schnell auf 1,8 Sterne ab.

    Der Produzent Mike Medavoy, der bei der Vorführung des Films bei einem Filmfestival in Toronto anwesend war, sprach von einer begeisterten Reaktion aller 900 Zuschauer. Am Ende habe es „echten Beifall“ gegeben. „Und dann sieht man plötzlich fast 100.000 Menschen, die behaupten, der Film sei schlecht.“

    Es habe panische Anrufe bei IMDb gegeben. Doch die Webseite konnte laut „Hollywood Reporter“ nichts unternehmen und habe darauf hingewiesen, IMDb sei ein Platz für die „öffentliche Meinung“.

    Der Völkermord an den Armeniern war ein systematischer Genozid an ethnischen Armeniern auf dem Territorium des Osmanische Reichs während und nach dem Ersten Weltkrieg. Nach unterschiedlichen Angaben fielen den Massakern 800.000 bis 1,5 Millionen Menschen zum Opfer. Deutschland, Argentinien, Belgien, Kanada, Italien, Uruguay und Russland erkennen den Völkermord an. In einigen Ländern wie Frankreich oder der Schweiz wird die Leugnung des Genozids an den Armeniern strafrechtlich geahndet.

     

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    Tags:
    Genozid, Film, Hollywood, Armenien, Türkei, USA